Wenn es Uwe Mäuer, Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt, während einer Partie der Mitteldeutschen Handball-Oberliga sitzend auf der Bank hält, muss es für seine Sieben gut laufen - und er saß viel gegen den LHV Hoyerswerda. Ein überzeugender 37:22 (16:12)-Erfolg gab ihm wenig Grund, sich an der Seitenline zu verausgaben.

Staßfurt l Auch wenn es zwischendurch einmal mit drei Toren Vorsprung knapp wurde, so war die Führung der Gastgeber zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nach etwa 35 Minuten war die Partie gelaufen - zumindest für die Gäste. Denn während diese sich zu diesem Zeitpunkt aufgaben, gingen die Rot-Weissen weiter auf Torejagd.

Von Beginn an war klar, wer den Ton angab. Die ersten Minuten waren sinnbildlich für den gesamten Vergleich. Roman Bruchno erzielte den ersten Treffer. Im Gegenzug parierte Schlussmann Patrick Tuchen. Nach einem Gäste-treffer nutzte Tobias Rindert einen Abpraller von Sebastian Retting zum 2:1. Den folgenden Angriff unterband der HVS. Im direkten Gegenzug bewies Retting Übersicht, setzte Nilas Praest rechtsaußen gekonnt in Szene, der problemlos versenkte. Das 4:1 erzielte Nils Hähnel per Konter.

Tuchen zeigte erneut eine hervorragende Leistung im Staßfurter Kasten. Die Defensive überzeugte, ließ wenig zu und zwang die Gäste immer wieder zu Fehlern. In der Offensive funktionierte nahezu alles. Damit setzten die Gastgeber die Vorgaben ihres Trainers bestens um. Zwar legte auch Hoyerswerda noch eine kleine Schippe drauf, doch die 16:12-Pausenführung der Staßfurter konnten sie nicht verhindern.

Einziger Wermutstropfen: In der 22. Minute verletzte sich Praest, nachdem der gegnerische Torhüter das Bein stehen ließ. Er musste von zwei Betreuern gestützt von der Platte begleitet werden. Nach erster Diagnose zog er sich eine Prellung am linken Knie zu. Doch die Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten. Tuchen parierte einen Siebenmeter, machte seiner Freude anschließend mit einem Tänzchen Luft. Im Gegenzug hämmerte Hähnel mit seiner Wurfgewalt den Ball zum 14:8 in den Kasten.

Im zweiten Durchgang spielten die Gäste nur noch fünf Minuten mit. Nachdem der Rückstand für sie zu groß wurde, war den LHV-Akteuren sichtlich anzumerken, dass sie keine Lust mehr hatten. Dies nutzte der HVS, legte einen Treffer nach dem anderen nach. Den 30. erzielte Tobias Ortmann nach 50 Minuten. Die Deckung steigerte sich im Vergleich zum ersten Durchgang, die Offensive bekam kaum noch Gegenwehr. So konnte sich jeder Staßfurter als Torschütze ins Protokoll eintragen.

Mäuer lobte seine Sieben: "Wir haben fast über die kompletten 60 Minuten Gas gegeben. Die Jungs haben die Vorgaben gut umgesetzt, vor allem in der Defensive. In Hälfte zwei gab der Gegner sich auf, dann war es fast schon zu einfach. Aber wir sind gnadenlos geblieben. Das war ein über weite Strecken starker Auftritt aller Spieler. Ich bin rundum zufrieden."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Frank (1), Oswald (2/1), Ortmann (2), Bruchno (3), Retting (3), Jacobi (1), Ernst (2), Rach (2), Praest (4/1), Hähnel (10), Scholz (2), Rindert (5)

Siebenmeter: HVS 4/2 - LHV 3/1; Zeitstrafen: HVS 3 - LHV 5