Staßfurt (chj) l Die Lage wird immer ernster beim HC Salzland 06. Die Handballerinnen stecken mitten im Abstiegskampf der 3. Liga. Gestern reiste der Vorletzte der Tabelle, der Rostocker HC, an und präsentierte sich in allen Belangen überlegen. Er setzte sich mit 31:25 (14:11) durch und zeigte dem HCS Defizite auf.

"Wir haben nie ins Spiel gefunden", erklärte der sichtlich bediente Trainer der Salzländerinnen, Nils Lässing. "Wir mussten die gesamte Zeit über einem Rückstand hinterherlaufen. Das haben meine Spielerinnen psychisch nicht verkraftet."

Von Beginn an produzierten die Gastgeberinnen zu viele Fehler. In der Offensive wartete der HCS mit einer erschreckenden Wurfquote auf. Vorbei, Gebälk oder Gäste-Torhüterin Annelie Freitag - viel zu oft verfehlten Würfe ihr Ziel. Hinzu kamen zahlreiche Fehlpässe, die den Rostockern immer wieder Gegenangriffe ermöglichten.

Auch die Defensive, normalerweise das Salzländer Prunkstück, stand vollkommen neben sich. Die Deckung bekam Rostocks Nicole Baier und Neele Spiekermann zu keinem Zeitpunkt in den Griff. Zusammen erzielten sie so 17 Treffer. Hinzu kam, dass HCS-Schlussfrau Josephine Klauß kreislaufbedingt von der Platte musste, so ein Rückhalt ausfiel.

"Unsere Abwehrleistung war noch erschreckender als die Offensive", fand Lässing klare Worte. "Wir sind nicht dahin gegangen, wo es weh tut. Rostock war bissiger und gewann verdient." Einzig Stephanie Jäger klammerte er aus, die immerhin elf Treffer erzielte.

Selbst Gästetrainerin Ute Lemmel zeigte sich erstaunt von der gegnerischen Leistung. "Vor allem den Rückraum habe ich stärker erwartet. Die Salzländer haben in der Offensive keine Ruhe bewahrt. Das Erfolgserlebnis war wichtig für meine Mannschaft."

HC Salzland 06: Klauß, Weiß - Schwarz (1), Rosiak (3), Retting (2), Geipel, Jäger (11), Farken, Sachse (1), Göpel (5/1), Sacher (2), Häußler, Böhm, Schüler

Siebenmeter: HCS 1/2 - RHC 4/5; Zeitstrafen: HCS 1 - RHC 2