Magdeburg/Potsdam (fna) l Jessica Graf war so richtig in Fahrt gekommen. Beim Stab-Hochsprung-Meeting im Potsdamer Sterncenter, einem Einkaufsmarkt, startete sie zur Sicherheit mit 2,45 Metern, die sie ohne Probleme meisterte. Nach dem Auslassen von 2,60 Metern ging es ab 2,70 Metern in Zehn-Zentimeter-Schritten aufwärts - jeweils beim ersten Versuch drüber. Und nachdem die Egelnerin auch ihre bisherige Bestmarke von drei Metern bewältigte, lag eine neue persönliche Höchstleistung in der Luft. Auch vom ersten Fehlversuch über 3,10 Meter ließ sich die Leichtathletin des Mitteldeutschen Sportclubs nicht irritieren, sie war zusätzlich gepuscht von den vielen Passanten, die neben ihren Einkäufen auch den Blick für die Sportler hatten. "Das hat richtig Spaß gemacht und mich ganz anders motiviert", freute sich die 19-Jährige über den ungewöhnlichen Austragungsort. Beim zweiten Versuch blieb die Latte schließlich liegen.

Mit der neuen Bestleistung im Rücken ging es zum Abschluss der Hallensaison zum 3. Abendsportfest des SC Magdeburg. Und dort gab es das komplette Kontrastprogramm. Es waren derart wenige Sportler am Start, dass die Wettkämpfe innerhalb von 20 Minuten absolviert waren. "Man musste springen und springen und springen", beschrieb Graf ihre Eindrücke. "Eigentlich wollte ich den härteren Stab nehmen, doch das hat noch nicht so funktioniert. Also musste ich zurück auf den weichen gehen."

Nach übersprungenen 3,05 Metern versuchte sie sich noch an den 3,15 Metern. Auch wenn sie dabei dreimal gerissen hat, bekam sie das Gefühl, "dass diese Höhe drin ist". Immerhin hat die U 23-Athletin die Starterin bei den Frauen um viele Zentimeter bezwungen, Katrin Friedrich vom PSV Burg gewann mit 2,45 Metern.

Nun heißt das Programm: Aufbautraining, auch am Wochenende. Die nächsten Wettkämpfe stehen erst im März beziehungsweise April auf dem Programm, womöglich geht es auch nochmal ins Trainingslager. Die lange Pause ist ein wenig schade, denn Jessica Graf hatte gerade so richtig Fahrt aufgenommen.