Staßfurt (aot/chj) l Die Verbandsliga-Kegler des SV Salzland Staßfurt setzten sich in einem wahren Krimi knapp mit 5301:5296 gegen den Tabellenführer TuS Leitzkau durch.

Leitzkau ist mittlerweile zur stärksten Kraft auf Verbandsliga-Ebene in Sachsen-Anhalt gewachsen, auch weil TuS seit dem vergangenen Jahr Marcus Gerdau in ihren Reihen zählt. Der vorher beim Deutschen Meister, Champions League- und Weltpokalsieger SKV R-W Zerbst aktive Hildesheimer und erfolgreiche Nationalspieler holt sich nach langer Verletzung Spielpraxis in Leitzkau. Für alle Gegner ist Gerdau Fluch und Segen zugleich, denn Spieler haben in der Regel nie die Chance, sich mit so einer Qualität zu messen. Hinzu kommt der bundesligaerfahrene Andre Fischer - das machte die Sache für die abstiegsbedrohten Staßfurter nicht einfacher.

Im Starterpaar sollte Detlef Uhde vorlegen. Mit 867 gelang ihm dies gut, doch Leitzkaus Fischer hielt mit 879 dagegen. Jens Weidemann fand nicht ins Spiel, wurde nach 95 Wurf gegen Frank Beucke gewechselt. Beide kamen auf schwache 787 Kegel. TuS konterte durch Michael Dreßler (834).

Diesen Rückstand wollten Andre Beucke und Manfred Krüger aufholen, bekamen es jedoch mit Gerdau zu tun. Beucke zog seine Kreise und wurde von Bahn zu Bahn stärker. Sein Ergebnis von 957 bedeutete einen neuen Einzelbahnrekord. Doch dieser hielt nicht lange an, denn als Gerdau die letzte Kugel spielte, hatte er 975 auf der Anzeige. Das fachkundige Publikum zollte beiden hohen Respekt. Manfred Krüger kam auf gute 863 und bezwang damit die Leitzkauer Rene Haberland und den eingewechselten Harald Schreiter, die nur auf 817 Zähler kamen.

Die Schlussachse sollte viel zu tun bekommen. Leitzkau trat mit Kapitän Rene Geißler an, der starke 915 erspielte. Sein Kontrahent war Stefan Krüger, der trotz Fehlwürfe wichtige 914 Kegel traf und somit - taktisch wichtig - keine nennenswerten Zähler abgab.

Nun kam es auf die letzte Paarung an. Für TuS trat Ralph Stiebert an, der in dieser Saison bereits sensationelle Ergebnisse erzielte und auch in Staßfurt toll begann. Am Ende erzielte er 876 Kegel. Für Salzland konnte nur noch der ebenfalls bundesligaerfahrene Ralf Kreuzer das Wunder ermöglichen. Mit jeweils einem Anspiel mehr auf jeder Bahn zog er davon und kam mit der letzten Kugel auf 911 Zähler. Damit holten die Gastgeber den Rückstand noch auf und gewannen mit fünf Kegel Unterschied gegen den klaren Favoriten.

"Ich bin stolz auf diese Leistung. Wir hätten sogar noch höher gewinnen können, wenn entweder Jens Weidemann oder ich nicht so schlecht gespielt hätten. Aber der Sieg ist nur etwas wert, wenn wir auch in der kommenden Partie gegen Sangerhausen punkten", erklärte Salzlands Kapitän Frank Beucke.