Bewegung ist das A und O beim Heranwachsen von Kindern. Je jünger sie sind, desto schwerer ist es, sie für eine feste Sportart zu begeistern. Das Training von Kondition, Koordination und Schnelligkeit kann aber bereits früh begonnen werden. Wie einfach dies möglich ist, zeigt die Sport-und Spielgruppe des HV Rot-Weiss Staßfurt. Ausgestattet mit neuen Geräten können Kinder dort in verschiedenen Übungen ihre Geschicklichkeit auf die Probe stellen.

Staßfurt l "Schaut euch mal genau um. Was fällt euch auf? Was hat sich im Vergleich zu letzter Woche verändert?" Diese Frage richtet Steffen Riese, Leiter der Gruppe und Trainer der Handball-E-Jugend des HVS, an seine Schützlinge. "Da stehen Reifen im Tor", bemerkt Pepe Stops sofort. "Hier stehen neue Kegel", fügt Marvin Halasz hinzu. "Genau", stimmt Riese zu. "Diese neuen Geräte haben wir durch Geld von der Sparkasse kaufen können. Und wie es der Zufall will, ist heute Frau Polak da, die sich darum gekümmert hat. Ich denke, dafür könnt ihr sie mal drücken."

14 Kinder stürmen prompt auf Nancy Polak, Mitarbeiterin der Salzlandsparkasse Staßfurt zu und umarmen sie. Die Sport-und Spielgruppe wurde nämlich für den Förder-Adventskalender der Sparkasse ausgewählt. In diesem Kalender wurde im Dezember jeden Tag ein Türchen geöffnet, hinter der sich eine Firma oder ein Verein befand, der einen Antrag für Unterstützung eingereicht hatte. Ausgerechnet zum Nikolaustag war die Sport-und Spielgruppe an der Reihe. "Genau an dem Tag hatte unsere E-Jugend Weihnachtsfeier", erinnert sich Riese. "Da Frau Polaks Sohn bei uns spielt, übergab sie uns den Scheck. Zunächst wussten wir gar nichts davon, sie kam ganz inoffiziell. Dann ist sie irgendwann verschwunden und kam im Sparkassen-T-Shirt wieder, mitsamt Scheck. Das war schon klasse." 250 Euro bekam die Gruppe für neue Geräte bereitgestellt.

Von diesem Geld wurden zwei unterschiedliche Sorten Kegel, Ringe zum Durchwerfen, vier Sprungseile und zwei Koordinationskreuze gekauft. "Diese Aktion gibt es seit zwei Jahren", erklärt Polak. "Organisationen und Firmen können sich per Antrag und Angabe des Verwendungszwecks bewerben und per Los entscheidet sich dann, wer in den Kalender kommt."

Neben den Geräten, die mit dem Geld der Sparkasse gekauft wurden, gab es noch etwas Neues. Zwei Röhren zum Durchkriechen lagen auf dem Boden. "Die habe ich von meinem letzten Einkauf bei Ikea mitgebracht", scherzt Riese. All diese Utensilien werden zu einem Übungskreis aufgebaut. In jeder Runde kommt eine weitere Disziplin hinzu oder diese wird verändert. Zum Beispiel müssen zuerst Vorwärtsrollen auf den Matten absolviert werden, dann Rückwärtsrollen. Auch das Springen über die Kegel variiert immer wieder, zuerst im Galopp darüber springen, dann mit beiden und schließlich nur mit einem Bein.

Den größten Spaß haben die Kinder jedoch beim Durchkriechen durch die Röhren - wohl auch ein Grund dafür, dass sie jedes Mal Bestandteil des Kreislaufs sind. Von dauerhaftem Interesse sind die Geräte allerdings nicht für alle Kinder. Pepe verliert gegen Ende die Lust. Er nimmt sich lieber einen Ball und übt schon mal das Torewerfen. Nur gut, dass es da noch die Ringe gibt. Nach dem Üben an den Geräten finden sich die Kinder in zwei Gruppen zusammen und versuchen nun, den Ball durch die Ringe in das Tor zu werfen. Das gelint zunächst niemandem und die Ringe fallen eher von ihren Ständern oder ganz um, als dass sich der Ball durch ihre Mitte verirrt.

"Aber immerhin habe ich dreimal getroffen", sagt Zoe Stöbing stolz. Zusammen mit ihrer Schwester Nova besucht die Siebenjährige zum ersten Mal die Gruppe. "Oma hat nach einem geeigneten Sport für uns gesucht und wir wollen es jetzt mal mit Handball versuchen", erklärt Nova. Für sie wäre dieser Sport ideal, Zoe dagegen ist noch misstrauisch, zumal ihr zwar das Durchwerfen der Ringe gefallen hat, die anderen Übungen für sie jedoch eher zu einfach waren. "Wir wollen aber trotzdem wiederkommen", betonen beide Schwestern nach Ende des Trainings.

Pepe kommt dagegen schon lange zur Sportgruppe. Über seinen Vater Andreas Stops, Co-Trainer der ersten Männermannschaft des HVS, und seinen Bruder, der in der E-Jugend spielt, kam er zu Rieses Truppe. "Es macht mir Spaß, wir könnten uns aber mehr mit dem Ball beschäftigen", schätzt der Fünfjährige ein. Handball ist für ihn das Größte und die Rot-Weissen natürlich der Lieblingsverein. "Roman Bruchno ist mein Vorbild. Ich will auch mal so Tore werfen können wie er."

Natürlich steht die Sport-und Spielgruppe in Verbindung mit dem Verein, das Handballspielen an sich "nimmt aber nur einen kleinen Teil ein", betont Riese. "In erster Linie geht es darum, die Kinder für Bewegung zu begeistern." Allerdings gibt der 55-Jährige zu, dass "es schön wäre, wenn wir uns aus dieser Gruppe eine Mini-Mannschaft heranziehen können. Das hängt aber vom Interesse ab."

Die Sport-und Spielgruppe trainiert jeden Montag, außer in der Ferienzeit, von 15.30 bis 16.30 Uhr in der Paul-Merkewitz-Halle in Staßfurt.

 

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