Jens Friedrich war vielleicht der einzige Handballer des SV Germania Borne, der sich über den 28:16 (12:9)-Erfolg über den Letzten der Sachsen-Anhalt-Liga, SV Wittenberg-Piesteritz, nicht so sehr gefreut hat wie seine Mitspieler. Wenngleich er eine starke Leistung in der Defensive zeigte, blieb ihm als einziger ein Treffer verwehrt.

Egeln l Ronny Schafflik hatte sich sein persönliches Erfolgserlebnis nur schwer erkämpft. Zunächst scheiterte der Rechtsaußen im Konter an Gästekeeper Steffen Bley. Darüber ärgerte er sich so sehr, dass er bei einem weiteren Gegenstoß noch mehr Energie in den Wurf legte und aus einer schwierigeren Position als beim ersten Versuch zum 27:19 traf, wofür es großen Jubel bei den Fans gab.

Dass die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden war, resultierte aus einer starken Deckungsarbeit in der zweiten Hälfte. "Wir haben in der Pause angesprochen, dass wir kompakter stehen müssen", erklärte Andreas Lampe aus dem Trainergespann mit Sven Klippstein. Und mit einer "kompakten Mannschaftsleistung" und einem bärenstarken Keeper Bastian Krautwald, "der seinen Kasten regelrecht vernagelt hatte", enteilte die Germania schnell vom 13:10 zum 20:11.

Natürlich war Borne gewarnt, schließlich überließ das Team den Gästen im Hinspiel zwei ihrer insgesamt vier Zähler, doch in der ersten Hälfte hatte Wittenberg gut mitgehalten und "seine Chancen gut genutzt". Bis zum 5:5 blieb die Partie daher ausgeglichen. Erst danach setzte sich Germania durch einen Zwischenspurt zum 10:5 ab, sie büßte aber aufgrund einiger Unachtsamkeiten den Vorsprung bis zur Pause wieder ein. "Uns war klar, dass Piesteritz uns Paroli bieten kann. Aber wir hatten keinen Grund, nervös zu werden", betonte Lampe.

Nach dem Seitenwechsel allerdings war die gute Abwehr der Grundstein für einfache Treffer durch Konter. Falk Hohmann und Jörg Friedrich sorgten zudem mit jeweils sieben Treffern im Positionsspiel für die Entscheidung. Zudem durften sich alle in die Torschützenliste eintragen - bis auf Jens Friedrich. Aber er wird dies durchaus zu verschmerzen wissen. Vielleicht gelingt ihm am Sonntag im Derby in Staßfurt ein Treffer.

Borne: Krautwald, Kowalski - Süßig (2), Schulke (2), Scholz (3), Wartmann (2), Halfpap (1), Hohmann (7), Prosowski (1), Jörg Friedrich (7), Schafflik (1), Jens Friedrich, Lahne (2)

SV Wittenberg-Piesteritz: Bley - K. Auer (3), Goth (3), Giese, Saack (1), Grasemann (3), Bugelt (1), Korbien (2), E. Auer (1), Hohaus (1)

Siebenmeter: Borne 2/1 - Wittenberg-Pisteritz 3/2; Zeitstrafen: Borne 3 - Wittenberg-Piesteritz 1