Es wurde viel gelacht auf Seiten des SV 09 Staßfurt während der Fußball-Partie gegen den Spitzenreiter der Landesklasse, dem SV Westerhausen. Doch nicht aufgrund des Resultats, denn die Gastgeber unterlagen mit 0:1 (0:0). Gelächter riefen die zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichters hervor.

Staßfurt l Schiedsrichter Daniel Kirst schien in Geberlaune. Gleich zwölf Gelbe Karten verteilte er, zwei davon kassierte Patrick Lissek, der folglich mit der Ampelkarte vom Platz flog (72). Doch obwohl auf beiden Seiten in etwa die gleiche Härte ins Spiel gebracht wurde, sah der SV 09 acht der zwölf Verwarnungen. Irgendwann winkte die Staßfurter Bank nur noch lächelnd ab. "Mit Fairplay hatte das nichts zu tun", haderte Torwarttrainer und Ersatzkeeper Jan Winkler. Ihm stieß die einseitige Verteilung übel auf.

Bezeichnenderweise war die erste Szene der Partie eine Verwarnung. Johnny Rodriguez-Gomez grätschte und sah dafür Gelb. Der erste sportliche Höhepunkt folgte nur eine Minute später. Matthias Lieder setzte sich über rechts durch, marschierte in den Strafraum und legte quer. Doch Danny Reuscher verpasste knapp. Nur wenig später ereignete sich eine nahezu identische Szene, doch wieder fand der Ball nicht den Weg ins Tor. "Geht gleich zu Beginn eine von den beiden Chancen rein, sieht es ganz anders aus", blickte Winkler zurück.

In der Anfangsphase ging es Schlag auf Schlag, beide Teams erarbeiteten sich Möglichkeiten, das Tempo war hoch. So rettete in der 20. Minute der linke Pfosten die Staßfurter Null. Eine abgefälschte Hereingabe ließ Schlussmann Philipp Beier nur zusehen. Die Partie war attraktiv. Doch zahlreiche Pfiffe, die nicht immer zu Unrecht ertönten, unterbrachen oft den Fluss.

Der nächste Aufreger aus Staßfurter Sicht ereignete sich nach 30 Minuten, als das Niveau ein wenig bergab ging. Julian Schmidt bekam die Gelbe Karte, da er bei einem schnell ausgeführten Freistoß der Westerhausener im Weg stand und angeschossen wurde. Doch der Ball ruhte noch nicht, sodass die Verwarnung zu Unrecht erfolgte. In der Folge setzte es Beschwerden von der Staßfurter Bank in Richtung Schiedsrichter - vergebens. Allmählich geriet Schiedsrichter Kirst in den Fokus. Chancen wurden Mangelware. Vor der Pause wurde es nur noch einmal gefährlich. Ein Kopfball der Westerhausener fand den Weg ins Tor, doch der Schütze stand im Abseits.

Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es gefährlich für den SV 09. Steven Stachowski bekam einen langen Ball nicht unter Kontrolle, der dann zum Gegenspieler sprang und nur durch eine Grätsche zu stoppen war. Der folgende Freistoß aus guter Position verfehlte jedoch deutlich. Bis auf diesen Fehler lieferte Stachowski eine grundsolide Leistung in der Defensive ab.

In der 59. Minute gelang den Gästen die Führung, wie aus dem Nichts, denn das Geschehen spielte sich nun eher zwischen den Strafräumen ab. Westerhausen Goalgetter Friedrich Reitzig nutzte eine Staßfurter Unachtsamkeit und netzte ein. "Wir haben Reitzig nur einmal aus den Augen gelassen", ärgerte sich Winkler. "Aber so einen Spieler kann man nicht über 90 Minuten abmelden."

Keine zehn Minuten später hatte David Siegel, der offensiv einer der auffälligsten war, die große Chance für den Ausgleich auf dem Fuß. Er vergab jedoch frei vor Westerhausens Torhüter Karsten König.

Dieser Treffer hätte dem Spiel möglicherweise gut getan. Denn das Sportliche geriet nun leicht in den Hintergrund, die Karten flogen nur so. Der Schiedsrichter schien sich davon beeindrucken zu lassen, dass die Westerhausener nach jedem Körperkontakt theaterreif fielen und schrieen.

So blieb es bei nur einem Tor, dafür aber vielen Karten. Am Ende setzte sich der Spitzenreiter durch, obwohl er spielerisch nicht besser war. "Wir waren zu zehnt dem 1:1 näher als der Gegner dem 2:0", erklärte Winkler. "Unserer Mannschaft kann man absolut keinen Vorwurf machen. Aber es hat einfach nicht gereicht - und der Schiedsrichter hat uns den Rest gegeben."

SV 09 Staßfurt: Beier - Hartmann, Schmidt (46. Härtge), Lissek, Rodriguez-Gomez (46. Horstmann), Siegel, Jesse, Lieder, Gurn, Reuscher (84. Pusch), Stachowski

Tor: 0:1 Friedrich Reitzig (59.); SR: Daniel Kleist; ZS: 92; GRK: Patrick Lissek (72.)