Wittenberg (chj) l Pflichtaufgabe erfüllt: Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II setzten sich im Kellerduell der Sachsen-Anhalt-Liga mit 24:17 (7:6) beim Schlusslicht SV Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz durch. Da Abstiegs-Konkurrent Spergau beim HBC Wittenberg unterlag, trennt beide Teams nur noch ein Zähler. Doch Spergau hat noch zwei Nachholspiele zu bestreiten.

Die ersten zehn Minuten in Wittenberg verliefen ganz nach dem Geschmack des Staßfurter Trainers, Mario Kutzer. "Das war schöner Handball." Die Gastgeber hingegen agierten ihrem Tabellenplatz entsprechend. So baute der HVS II ein komfortables Polster auf und ging mit 5:1 in Führung.

Doch plötzlich, für den Coach aus unerklärlichen Gründen, ließen sich die Rot-Weissen von der Spielweise des Gegners anstecken. "Aus heiterem Himmel haben wir das Wittenberger Kauderwelsch kopiert", erinnerte sich der verdutzte Trainer. Entsprechend torarm ging es mit einer knappen 7:6-Führung in die Kabine - einem "E-Jugend-Ergebnis", wie Kutzer es bezeichnete.

In der Pause "fehlten mir anfangs die Worte", gestand der Trainer. Doch dann ermahnte er seine Sieben, sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren. Seine Worte fanden Gehör, die Staßfurter knüpften an die starken zehn Minuten der ersten Hälfte an und ließen dem Schlusslicht fortan keine Chance mehr. "Wir haben schnelle Bälle gespielt und so Lücken in der Abwehr erzwungen. Da konnte der Gegner nicht mithalten." Florian Panzer war maßgeblich daran beteiligt, dass das Tempo angezogen wurde. Häufig leitete er das schnelle Spiel ein und verteilte die Bälle.

"Wären wir die gesamte erste Hälfte so aufgetreten, wäre bereits zur Pause alles klar gewesen", resümierte Kutzer. Eine Trefferquote von bescheidenen 28 Prozent in den ersten 30 Minuten belegten die mangelhafte Offensive, die sich anschließend auf 63 Prozent erhöhte. So war der Sieg am Ende ungefährdet.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - Engelhardt (2), A. Stein (1), Berger (1), T. Jesse (8/5), Korin (1), Gödde (2), Loose (2), Dittmar (4), Panzer (3), Nitsch, Spadt

Siebenmeter: SVWP 7/4 - HVS II 7/6; Zeitstrafen: SVWP 7 - HVS II 4