Förderstedt (chj) l Erneut sah es zur Pause bereits düster aus für die Landesliga-Fußballer des SV Förderstedt. Denn die Gäste von Lok Aschersleben lagen nach 45 Minuten mit 3:1 vorn. Doch nach dem Seitenwechsel spielte die Elf von Lothar Lampe wie ausgewechselt, ging an ihre Grenzen und rang Lok am Ende noch ein 4:4-Unentschieden im Derby ab. Vor allem Maik Adrian trug mit seinen drei Kopfballtoren maßgeblich zum Punktgewinn bei.

Nicht umsonst bekam Adrian das Prädikat "Mann des Tages" von seinem Trainer zugesprochen. Kein Weg war ihm zu weit, er war hinten wie vorn zu finden, ging den Bällen nach und legte selbigen dem Ascherslebener Torhüter sogar zum Abstoß auf, um Zeit zu gewinnen. Am Ende belohnte er sich für all seine Mühen mit drei Kopfballtoren. Ein weiteres verhinderte nur der Pfosten.

Doch bevor Adrian feiern konnte, sah es gar nicht gut aus. Bereits nach zehn Minuten ging Lok in Führung. Sebastian Strobach vertändelte den Ball, Erik Schmidt nahm ihn an, fackelte nicht lang und traf. Nur sechs Minuten später verwertete Adrian eine schöne Hereingabe von Marcus Janich zum Ausgleich - die Welt war wieder in Ordnung. Doch nur weitere sechs Minuten später unterlief Michael Buschke ein Abspielfehler, den die Gäste dankend annahmen und erneut in Führung gingen.

In der 27. Minute sah Förderstedts Keeper Maik Binnebößel nicht gut aus. Mit einem lauten "Leo"-Ruf signalisierte er, dass er die Hereingabe von Andy Martin sicher hatte. Doch der Ball rutschte ihm durch die Handschuhe. Von seinem Trainer gab es dafür jedoch keine Standpauke. "Was Maik uns schon alles festgehalten hat bisher, da mache ich ihm bei einem Fehler keinen Vorwurf", erklärte Lampe.

In der Pause sprach der Trainer seinen Jungs Mut zu. Dies sollte sich auszahlen. An der Einstellung mangelte es den Förderstedtern zumindest nicht. Doch häufig wurde es dadurch hektisch, was zu Ballverlusten und Fehlpässen führte. Der Einsatz stimmte dennoch und der Druck wurde erhöht. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis der Anschlusstreffer fiel. In der 56. Minute war es dann soweit. Marcus Bolze verkürzte - ebenfalls per Kopf.

In der 77. Minute war es Adrian, der zum 3:3 ausglich. Doch das war dem SVF nicht genug, der Druck wurde weiter aufrecht erhalten. Das ermöglichte den Gästen Raum zum Kontern, den sie in der 86. Minute auch durch Schmidt nutzten - 3:4. Zuvor klärte Buschke nicht konsequent genug. Aber es ging weiter, vornehmlich mit langen Bällen auf Adrian. Wie auch in der 89. Minute, als er zum 4:4-Endstand traf.

Nach dem Abpfiff sanken die Förderstedter zu Boden, der Kraftaufwand für die Aufholjagd war enorm. "Die Mannschaft hat Moral bewiesen", lobte Lampe. "Eigentlich sind es zwei verschenkte Punkte. Aber wenn man den gesamten Verlauf betrachtet, müssen wir mit einem Zähler zufrieden sein. Ihn ärgerten vor allem die "billigen Gegentore", an denen Buschke und Strobach beteiligt waren. "Das sind gestandene Spieler, da erwarte ich mehr."

Langeweile gibt es bei den Förderstedter Heimspielen nicht. "Für die Zuschauer war es sehr spannend", wusste Lampe. Doch einige von ihnen überspannen den Bogen. Immer wieder flogen heftige Beleidigungen in Richtung Schiedsrichter Marco Uhlmann und Linienrichterin Josefin Reinsch, die allerdings einige Male fragwürdig entschieden. Vor allem einige Kommentare an Reinsch gingen unter die Gürtellinie. "Ich verstehe das nicht. Unsere Spieler produzieren so viele Fehler. Und liegt der Schiedsrichter mal daneben, wird er beleidigt", haderte Lampe. Selbst Verteidiger Buschke bekam von außen sein Fett weg.

SV Förderstedt: Binnebößel - Liensdorf, Conrad, Tappenbeck, Adrian, Marcus Janich, Dübecke (46. Ingler), Strobach, Buschke, Herrler, Bolze

Tore: 0:1 Erik Schmidt (10.); 1:1 Maik Adrian (16.); 1:2 Michael Wendenburg (27.); 1:3 Andy Martin (27.); 2:3 Marcus Bolze (56.); 3:3 Maik Adrian (77.), 3:4 Erik Schmidt (86.); 4:4 Maik Adrian (89.); SR: Marco Uhlmann; ZS: 89