Handball l Dessau (chj) In der Sachsen-Anhalt-Liga läuft es nicht rund für den HV Rot-Weiss Staßfurt II und nun kam auch noch das Aus im Halbfinale des HVSA-Pokals hinzu. Die Bodestädter unterlagen der SG Kühnau mit 24:37 (11:13). Die Gastgeber kürten sich jüngst als Staffelsieger der Verbandsliga Süd und lösten nun das Ticket in die beiden Pokal-Finalspiele gegen den SV Langenweddingen.

Bereits die personellen Vorzeichen wiesen darauf hin, dass es die Staßfurter schwer haben würden. Mit Karsten Berger, Marco Richter, Martin Dittmar, Christian Gödde, Florian Panzer, Andreas Stein und Stefan Jedlitschka fehlte den Rot-Weissen nahezu der komplette Stammkader aus den verschiedensten Gründen. So standen Trainer Mario Kutzer lediglich acht Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Hinzu kam, dass Tino Korin angeschlagen war und eigentlich nicht spielen wollte, sowie Lukas Bönecke, der noch mit den Nachwehen einer Abiturfeier kämpfte. Dadurch war der Coach zu Notlösungen gezwungen. "Es mussten alle Positionen anders besetzt werden. Wir hatten nicht mal einen Mittelmann", haderte Kutzer. So musste Korin auf dieser Position aushelfen und gar durchspielen.

Der Liga-Unterschied war entsprechend kaum noch zu spüren und die 8:1-Führung der Gastgeber nicht kaum überraschend. Der Auftakt ging aus Staßfurter Sicht vollkommen nach hinten los. "Erst zum Ende der ersten Hälfte haben wir Gas gegeben", blickte Kutzer zurück. Nach dem Sieben-Tore-Rückstand war er bereits früh zum Ziehen einer Auszeit gezwungen. Bis dahin war der Coach mehr als unzufrieden. "Es wäre mehr drin gewesen - aber nicht mit dieser Einstellung." Doch zur Pause kam seine Sieben wieder auf zwei Zähler an Kühnau heran.

Aber nach dem Seitenwechsel setzte sich das Debakel fort. "Die Puste war einfach weg und die Köpfe gingen dann nach unten", so der Trainer. Erschwerend kam hinzu, dass Thomas Jesse nach drei Zeitstrafen von der Platte musste. Der HVS II bot den Gastgebern so leichtes Spiel. "Sie haben viele Kombinationen vorgetragen. Allerdings immer wieder die gleichen, das war zu einfach." So wurde es am Ende relativ deutlich.

Nach dem Pokal-Aus gelte die Konzentration nun wieder dem Kampf um den Klassen-erhalt. "Wir müssen die Partie abhaken. Die Punktspiele sind nun wichtiger", so Kutzer.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - Engelhardt (4), T. Jesse, Korin (4/2), Sell, Loose (7), Bönecke, Spadt (7), Nitsch (2)

Siebenmeter: SG Kühnau 4/3 - HV Staßfurt II 3/2; Zeitstrafen: SG Kühnau 3 - HV Staßfurt II 3; Rot: Thomas Jesse (3x2 Minuten, 44. Minute, HV Staßfurt II)