London/Bad Frankenhausen/Leipzig (sbö/chj) l Gleich hinter dem Elite-Startblock mit Weltrekordler Wilson Kipsang und Lauflegende Haile Gebrselassie konnte man inmitten der 36 000 Teilnehmer am London-Marathon auch ein Shirt der Gaensefurther Sportbewegung ausmachen. Nur 300 Startplätze waren für Deutschland freigegeben. Michael Barteld aus Staßfurt gehörte zu den Glücklichen. Mit neuem Streckenrekord holte sich Kipsang nach 2:04:29 Stunden den Sieg. Mit starken Impressionen von der Strecke endete Bartelds Lauf-Abenteuer beim bestbesetzten Marathon-Rennen der Welt nach 3:51:56 Stunden.

Am gleichen Wochenende nutzten Jens-Uwe und Sabine Börner den Kyffhäuser Berglauf in Bad Frankenhausen zum "Warmlaufen". Während "Mann" über die anspruchsvolle Marathondistanz an den Start ging, gab sich "Frau" mit der 15-Kilometer-Strecke zufrieden. Durch die fordernden Bergauf- und Bergab-Passagen war an Schonung kaum zu denken. Die letzten Marathonläufer waren noch unterwegs, als von hinten die ersten Mountainbiker über die abschüssige Strecke rasten - Begegnungen, die beiden Sportarten so einige Schrecksekunden bescherten. Auch der Hecklinger Biker Heiko Dietrich war auf dem langen Kanten über 64 Kilometer unterwegs. Flink und geschickt und mit einer Menge Spaß lenkte er sein Rad über die ruppigen Wege durch das Kyffhäuser-Gebirge. Mit seinem Zielfoto im Gepäck verließen die Athleten Thüringen, denn in Sachsen wartete schon der nächste Lauf auf die Bode-Runners.

Die Hallen der sportwissenschaftlichen Universität und die riesigen Anlagen des Leipziger Sportforums boten ideale Bedingungen für die über 9 000 Teilnehmer auf den ausgeschriebenen Strecken. Der 21 Kilometer lange Rundkurs durch die Innenstadt war den ganzen Tag für Läufer, Walker, Skater und Handbiker reserviert. In großer Schrift wurden Dirk Meier die anvisierten Durchgangszeiten auf die Startnummer gemalt: 3:05:00 Stunden - "alles andere wäre Utopie", schätzte Meier ein.

Während Katrin Winkler-Hindricks, Jörg Schäper und Sabine Börner die 42,195 Kilometer als einen weiteren Trainingslauf für den Rennsteig-Ultra-Marathon angingen, musste bei Meier von Anfang bis Ende alles passen. Der Kurs war flach, aber der starke Wind raubte viel Kraft.

Nach der Streckenhälfte durchliefen die "Marathonis" erneut den Start- und Zielbereich. Angefeuert von den restlichen Bode-Runners, die noch auf ihren eigenen Start warteten, ging es in die zweite Laufrunde. Die langen, breiten Straßen wollten einfach nicht enden. 42 Kilometer harter Asphalt war nicht nur Schwerstarbeit für Beine und Muskulatur, sondern auch für den Kopf. Regelrechte Straßenfeste in einigen Stadtteilen waren da eine willkommene Aufmunterung.

Zum Ende des langen Kantens wurden die Straßen dann wieder voller, denn die inzwischen gestarteten Zehn- und 21-Kilometerläufer rollten nun das Feld von hinten auf. Nur zwei Minuten fehlten Meier am Ende zum anvisierten Ziel, die in München aufgestellte Bestzeit von 3:08:05 Stunden ist damit allemal geknackt. Der Traum von einer 2:59-er-Zeit könnte vielleicht schon in der nächsten Saison in Erfüllung gehen.

Jens-Uwe Börner, der Mann mit dem Bergmarathon in den Beinen, konnte Katrin Krebs über die Halbmarathondistanz gerade so folgen. Ein Foto von ihrem Zieleinlauf auf einen hervorragenden dritten Platz beendete sein laufintensives Wochenende.

"Weniger Kilometer, dafür schnellere Zeiten" - Diesen Maßstab hatte sich Lutz Klauß auferlegt. Und die Rechnung ging auf, denn so schnell wie in der Sportstadt Leipzig absolvierte er noch nie einen Halbmarathon.