Horst aan de Maas (sbö) l Jürgen Eisfeld konzentriert laufend, Bärbel Eisfeld als Fahrradbegleitung an seiner Seite. Ein Bild das man seit Jahresbeginn wieder öfter auf seinen Staßfurter Trainingsrunden beobachten konnte. Der April ist traditionell Duathlon-Hochsaison und so war es auch zu erklären, dass sich Eisfeld intensiv auf die Verteidigung seines Europameistertitels über die Langdistanz vorbereitete. Erneut für die DTU-Altersklassen-Nationalmannschaft im holländischen Duathlon-Mekka Horst aan de Maas nominiert, verlief das Training zunächst optimal. Zwei Wochen vor dem Start dann der Schock: Der große Zeh war gebrochen. Eisfeld passte sein Trainingsumfang dem Handicap an. Etwas Schonung, locker bleiben und trotzdem die erreichte Form nicht aufgeben.

An der Startlinie war der getapte Zeh ruhiggestellt, nur der Kopf hatte das Malheur natürlich abgespeichert. Doch der 15-Kilometer-Lauf als erste Disziplin verlief unerwartet gut. So hatte Eisfeld keine Probleme, sich an seinen schwedischen Altersklassen-Konkurrenten zu heften und die 60-Kilometer-Radstrecke in Angriff zu nehmen. Der Zeh war vergessen, denn das Radfahren ist nun mal Eisfelds Paradedisziplin. Heftige Windböen und kurvenreiche Streckenabschnitte spornten ihn zusätzlich an, da sollte ein Zeitpolster für die abschließende Laufrunde herauszuholen sein. Doch weit gefehlt.

Der Rivale musste wohl zweimal hinschauen, aber es war tatsächlich Eisfeld, der sich am Straßenrand mit einer Reifenpanne plagte. Ziemlich demotiviert und mit erheblichem Zeitverlust erreichte der Duathlet den Wechselbereich. Durch die nicht ausgeheilte Verletzung gestaltete sich der abschließende 7,5-Kilometer-Lauf zur reinsten Schwerstarbeit. Nur noch durchhalten und den Vizetitel über die Ziellinie retten. Gedacht, getan. Symbolisch stellten sich die beiden Sportfreunde in der M 70 zusammen auf das oberste Siegerpodest. Zur EM im nächsten Jahr wäre da noch eine kleine Rechnung offen.

Ergebnis: Gesamt: 150 (von 164); M70: 2. Platz in 4:23:44 (1:17:57/2:06:24/0:53:23) Stunden