Seehausen (chj) l "Mit einem Sieg hatte ich zwar nicht gerechnet, wohl aber mit einem anderen Ergebnis", urteile Andreas Lampe aus dem Trainergespann mit Sven Klippstein nach der höchsten Germania-Niederlage der laufenden Handball-Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga. Gastgeber SG Seehausen behielt mit 32:19 (13:6) deutlich die Oberhand. "Das war der Wahnsinn an Fehlern schlechtin", polterte Lampe. Misslungene Abspiele am Kreis, vergebene freie Konter und eine Viertelstunde ohne eigenen Treffer wurmten den Trainer.

Es gab nur einen Spieler, den Germanias Coach von der Talfahrt ausnahm - Torhüter Bastian Krautwald. "Er war der einzige mit Normalform, konnte viel abwehren und verhinderte Schlimmeres." Doch seine restlichen Schützlinge enttäuschten den Trainer.

Dem Borner Trainergespann fehlten einige Stammkräfte, die durch Akteure aus der zweiten Mannschaft ersetzt werden sollten. Der Plan schien zunächst auch aufzugehen. Nach einer Viertelstunde legte die Germania mit 6:3 vor. Den Seehausenern drohte die Partie zu entgleiten. Daraufhin nahmen sie eine Auszeit - eine folgenschwere. "Danach ging bei uns nichts mehr", blickte Lampe zurück. Es folgten 15 torlose Minuten bei den Gästen.

Auch der Seitenwechsel ließ Borne nicht erwachen. Während die Seehausener sich gegen den drohenden Abstieg wehrten, war die Germania weiterhin auf der Suche nach dem roten Faden. "Uns hat die Körpersprache gefehlt", bemängelte Lampe. Die schwache Offensivleistung lud die Gastgeber immer wieder zu Kontern ein, aber auch im Positionsangriff war die SGS überlegen. "Wir waren nicht aggressiv genug und oft nicht schnell genug hinten."

Am Ende blieb Lampe aber vor allem die Torausbeute in Erinnerung. "Mit 19 Toren kann man nicht gewinnen, egal ob zu Hause oder auswärts. Das war ein rabenschwarzer Tag, den ich in der Form noch nicht erlebt habe." Die permanenten Verletzungssorgen seien dabei nicht unwesentlich. Zum Ende der Partie bekam Daniel Brinkmann seine Chance im Tor. Er hütet sonst den Kasten der Reserve. "Er war hochmotiviert und wollte sich so teuer wie möglich verkaufen", lobte Lampe, kam aber nicht umhin anzumerken, dass der Unterschied von zwei Ligen erkennbar war.

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Fink, Schulke (2), Scholz (1), Wartmann (3), Prosowski (2), Schafflik (3), Neugebauer (2), Hagemeyer, Jens Friedrich (5), Süßig (1)

Siebenmeter: Seehausen 5/5 - Borne 3/6; Zeitstrafen: Seehausen 5 - Borne 4; Rot: Thomas Hagemeyer (Foulspiel, 25.), Stefan Süßig (3x2 Minuten, 47.) -beide Borne-