Mit zwei Wettkampfklassen zu je acht Athleten reisten Schüler des Staßfurter Dr. Frank Gymnasiums zum Bundesfinale des Wettbewerbs "Jugend trainier für Olympia" im Badminton nach Berlin. Als Ziel steckten sich beide Teams das Viertelfinale, das die WK II auch erreichte und am Ende Platz sieben bejubeln durfte. Die WK III wurde Neunter.

Berlin (hle/chj) l Mit den Worten: "Ich weiß, dass ihr euer Bestes geben werdet", verabschiedete Schlulleiter Steffen Schmidt seine 16 Schüler nach Berlin. Doch bevor es mit dem sportlichen Wettstreit losging, standen am Anreisetag Spaß und Teambildung auf dem Programm. Im größten Indoor-Hochseilgarten Berlins wurde sich seelisch auf die beiden folgenden Tage eingestellt. Denn das Programm hatte es in sich. Am Mittwoch wurde die Vorrunde ausgetragen und am Donnerstag die Platzierungen ausgespielt - jeweils von 8 bis 19 Uhr.

Die WK II schlug in der Vorrunde die saarländische Vertretung sowie die Athleten aus Mecklenburg-Vorpommern in sicherer Manier mit jeweils 6:1. Aber "die spannendste Begegnung des gesamten Turniers war die Vorrundenspiel gegen die Bertold-Brecht-Schule Nürnberg", erklärte Kapitän Laura Surauf. "Wir haben auf einem Level agiert, nur das letzte Quäntchen Glück fehlte uns." Die Staßfurter unterlagen mit 2:5. Hannes Kämmer war verdrießlich: "Ich hatte den Punkt im Jungendoppel auf dem Schläger." Im dritten Satz beförderte er den Ball beim Stand von 19:19 ins Aus. "Das war besonders ärgerlich." Doch es dürfte ein kleiner Trost gewesen sein, dass die Nürnberger am Ende das Bundesfinale gewannen. Die Dr.-Frank-Gymnasiasten schlossen die Vorrunde auf Platz zwei ab.

Im Viertelfinale wartete die Vertretung aus Hessen. Silvana Hultsch setzte sich ihrer Kontrahentin lange zur Wehr. Vor allem der zweite Satz glich einem Krimi, sodass sich immer mehr Zuschauer die Partie anschauten. Am Ende verlor Silvana jedoch unglücklich mit 19:21, sodass der Vergleich mit 4:3 an Hessen ging. Es folgten eine weitere Niederlage gegen das Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern, einer sportlichen Eliteschule, und ein Sieg gegen das Schwarzenbeker Gymnasium. Das bedeutete am Ende Rang sieben. Betreuerin Heike Lenze war hochzufrieden - "Ziel erreicht."

Die Staßfurter WK III hatte das Pech, in "einer der schwiergisten Gruppen der Vorrunde zu starten", wie Betreuer Marcus Gottschling einschätzte. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Vergleiche es drei Niederlagen gab.

Damit zog die Staßfurter Vertretung in die Platzierungsspiele um die Ränge neun bis zwölf ein. Mit einer konzentrierten Leistung gelangen Gottschlings Schützlingen zwei Erfolge gegen Hessen und Sachsen, sodass mit Platz neun das Maximum heraussprang. "Das war eine starke Mannschaftsleistung, aus der Anton Buchholz hervorzuheben ist. Er behielt im Spiel um Rang neun die Nerven und sicherte den entscheidenen Punkt", lobte Gottschling.

Mit zwei kräftezehrenden Tagen in den Knochen wurde am Folgetag Berlin erkundet und abends der Erfolg im Bundesfinale gefeiert. Vor der großen Abschlussveranstaltung beobachteten die Staßfurter das Rollstuhlbasketball-Finale der "Jugend trainiert für Paralympics". Die WK II feierte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn nach sechs Jahren erfolgreicher Zeit haben die meisten das Alterslimit erreicht. Nur Laura Surauf und Julia Wilhelm können und wollen auch im kommenden Jahr wieder angreifen. Fraglich ist nur, ob das Finale wieder stattfindet, da sich Bund und Länder über Kosten streiten.