Für Steve Ilgenstein ging es einen Schritt zurück. Der 13-jährige Handballer ist im Sommer zu seinem Heimatverein HV Rot-Weiss Staßfurt zurückgekehrt. Diesen Schritt tat er allerdings nicht freiwillig. Steve hatte zuvor in der C-Jugend des SC Magdeburg gespielt. Doch die Verantwortlichen rieten ihm, dass es besser für ihn wäre, wenn er sich Spielpraxis in einem anderen Verein holen würde. Der gebürtige Staßfurter entschied sich für die Rot-Weissen und verstärkt seitdem die C-Jugend von Trainer Steffen Panzer.

Staßfurt. Er trug gemeinsam mit seinen Teamkollegen dazu bei, dass das Team derzeit in der Sachsen-Anhalt-Liga auf dem sechsten Platz steht. Diesen gilt es nun in den noch vier ausstehenden Partien zu verteidigen. "Das Minimalziel ist der sechste Platz", betonte Panzer. Sollte dieser am Ende ebenfalls zu Buche stehen, dann würden die Staßfurter in der Rückrunde auf die Mannschaften, die auf den Rängen eins bis fünf stehen, treffen.

Panzer wollte von einem klassischen Fehlstart, angesichts der sehr deutlichen 27:61-Niederlage gegen den SC Magdeburg, nicht sprechen. "Nach der Hetzjagd waren meine Spieler platt gewesen. Magdeburg hat 50 Minuten nur in Manndeckung gespielt", wusste er. Dabei zeigte sich der Gästetrainer doch ziemlich angefressen angesichts der 27 Gegentreffer, die Panzer aber wiederum stolz machten. Die 19:21-Heimniederlage gegen Köthen wurmte ihn dagegen immer noch. "Wir haben unglücklich verloren." Der Befreiungsschlag gelang ihnen dann am dritten Spieltag bei der SV Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz. "Die Partie war nicht einfach. Wir haben uns Tor um Tor herangekämpft." In der zweiten Hälfte drehte seine Sieben dann auf und das Ergebnis dann beim 32:29 zu seinen Gunsten.

Sehr torreich verlief die Partie gegen den BSV Fichte Erdeborn. Allerdings zeigte sich Panzer mit der Anfangsphase alles andere als zufrieden. Die Probleme insbesondere im Mittereinander wurde in Durchgang zwei dann abgestellt. Panzer forderte ein disziplinierteres Auftreten. Seine Mannschaft setzte die Vorgaben um und kam zu einem klaren 40:28-Erfolg. Ersatzgeschwächt reiste er kurz vor Weihnachten zur TuS Radis. An einen vollen Erfolg hatte Panzer nicht geglaubt. Seine Sieben, mehr Akteure hatte er nicht zur Verfügung, wuchsen dann über sich hinaus und bereiteten ihrem Coach mit dem 30:12-Erfolg ein unerwartetes Geschenk.

Zu Saisonbeginn musste sich die Mannschaft erst noch finden. Panzer musste sieben Spieler, die aus der D-Jugend kamen, integrieren. "Das hat am Anfang noch nicht so richtig funktioniert." Im Training und auch in den Begegnungen legte Panzer viel Wert auf das Zusammenspiel und die mannschaftliche Geschlossenheit. "Die Mannschaft ist erst in den vergangenen Monaten zu einer geworden." Er sieht aber in allen Bereichen, beispielweise im Angriff, noch Reserven. "Wir müssen versuchen, die hektischen Phasen, in denen der Abschluss oft zu schnell gesucht wird, abzustellen."

Dafür bietet sich heute die Gelegenheit, denn die Rot-Weissen treten um 11.30 Uhr im Nachholspiel bei der HSG Osterburg an. Auch Steve Ilgenstein wird wieder mit dabei sein, um seinen Betrag für den vielleicht sechsten Saisonerfolg zu leisten.