Die zweite Mannschaft des HC Salzland 06 hat die Saison der Bezirksliga West als Vizemeister beendet. Vom erstplatzierten HV Ilsenburg trennte die "Wild Chicks" lediglich das Torverhältnis. Entsprechend positiv fällt das Fazit der Handballerinnen aus.

Staßfurt l Die Salzländerinnen haben viele Gemeinsamkeiten mit dem Meister aus Ilsenburg. Beide Teams konnten jeweils zwölf Siege und zwei Unentschieden einfahren. Nur zweimal ging nach dem Abpiff der Gegner als Sieger hervor. Was allerdings die Meisterschaft entschied, war die Defensive. Denn die "Wild Chicks" ließen satte 348 Gegentreffer zu - das sind 61 mehr als der Meister kassierte. Da half auch die starke Offensive nichts. Denn mit 426 erzielten Toren stellten die Salzländerinnen den besten Angriff der Spielklasse. Am Ende trennten Ilsenburg und den HCS II 30 Tore Differenz.

Die "Wild Chicks" starteten mit einem Sieg gegen Stahl Thale/Westerhausen in die Saison. Doch es folgte ein Negativtrend, der auf keine gute Saison schließen ließ. Denn am 2. Spieltag kam das Team nicht über ein Unentschieden in Oschersleben hinaus und danach setzte es die beiden Niederlagen. Zuerst durfte Anhalt Bernburg als Derbysieger jubeln, dann unterlag der HCS II dem späteren Meister Ilsenburg deutlich mit 24:33.

Doch danach starteten die Salzländerinnen eine Serie. Gleich sieben Siege in Folge durften bejubelt werden. Dabei ließen es sich die "Wild Chicks" nicht nehmen, sich für die beiden Niederlagen zu revanchieren und schlugen sowohl den späteren Meister als auch Lok Oschersleben. "Es war eine tolle Mannschaftsleistung gegen Ilsenburg", erinnerte sich Trainerin Sylvia Rosentreter.

Erst ein Unentschieden gegen Thale/Westerhausen stoppte den Lauf. Doch das Remis tat dem Überflug keinen Abbruch, denn bis zum Saisonende folgten nur noch Siege. Dabei erwies sich die Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle als erfolgreiches Pflaster für den HCS II. Denn das Team ist dort seit drei Jahren ungeschlagen.

Den Grund für die souveräne Saison sieht Rosentreter vor allem im Training, denn "dort wurden die Grundlagen geschaffen. Die intensive Vorbereitung zahlte sich am Ende aus", freute sie sich, gestand allerdings: "Das Ausdauertraining ist nicht immer ganz so beliebt."

Neben den Grundlagen, die die Übungseinheiten gelegt haben, zeichnete die Salzländerinnen aber noch etwas ganz anderes aus: Teamgeist und mannschaftliche Geschlossenheit. Rosentreter brachte es auf den Punkt: "Das Team steht im Vordergrund und nur gemeinsam konnten wir dieses tolle Saisonergebnis erzielen." Es erfreute die Trainerin auch, dass sich alle Spielerinnen im Laufe der Saison in die Torschützenliste eintragen konnten.

Um die gute Laune aufrecht zu halten, werden im Training auch schon mal Sportarten probiert, die mit Handball wenig zu tun haben, so wie Zumba, Fußball oder Feldhockey. Neben Spaß hat dies den Vorteil, dass "somit zusätzliche Fertigkeiten ausgebildet werden".

Die schönste Erinnerung der nun abgelaufenen Spielzeit hat Rosentreter jedoch an keine Partie der Bezirksliga, sondern an das Halbfinale des Harz-Börde-Pokals gegen die TSG Calbe II. "Das war das beste Spiel der Saison", lobte die Trainerin. Zwar unterlagen die "Wild Chicks" am Ende mit 28:31, doch zur Pause führten sie mit 14:12. Am Ende machte sich bemerkbar, dass die TSG sich Unterstützung aus der ersten Mannschaft, die in der Mitteldeutschen Oberliga spielt, holte. Doch es bleibt die Erinnerung und das Wissen, im Halbfinale gestanden zu haben.