Die Handballerinnen des HC Salzland 06 stiegen aus der Mitteldeutschen Oberliga auf und lieferten in der 3. Liga eine Saison mit Höhen und Tiefen ab. Dennoch erreichte die Sieben von Nils Lässing und Co-Trainer Daniel Schmidt alle drei Vorgaben.

Staßfurt l Es gab drei Ziele: 1. die Klasse halten, 2. einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und 3. mindestens 20 Punkte erzielen. Der HC Salzland sicherte sich die Klasse bereits am drittletzten Spieltag, der HC Salzland wurde Achter und der HC Salzland erreichte 26 Punkte. Also alles in Ordnung? Nicht ganz. Denn die "Wildgänse" hätten durchaus noch besser abschneiden können. Mit nur acht Toren mehr beziehungsweise acht Gegentoren weniger stünden rein theoretisch acht Punkte mehr auf dem Konto. Gleich vier Partien verlor der HCS mit einem Tor Differenz. Das waren Niederlagen, die ganz besonders schmerzten. "Wir haben unser Ziel erreicht, aber nicht das Optimum", erklärte Trainer Nils Lässing.

Von Konstanz war die gesamte Saison über ergebnistechnisch keine Spur. Die längste Siegesserie ging über drei Partien, die längste Negativserie über vier. "Daran müssen wir uns sicherlich messen lassen", sagte Lässing. "Es war ein Auf und Ab. Wir verloren zu Hause gegen Absteiger Rostock und gewannen auswärts beim Dritten Frankfurt." Doch man könnte es auch positiv formulieren: Der HCS konnte sich aus jeder Krise befreien. Am Ende sprang so ein ausgeglichenes Punktekonto mit 13 Siegen und 13 Niederlagen heraus.

Bereits früh in der Saison entpuppte sich die große Stärke der Salzländerinnen. Den Ball in einer aggressiven Deckung erobern und ihn dann mit Tempo nach vorn tragen und versenken. Vor allem Thea Schwarz, die ihre erste Saison im "Wildgänse"-Dress absolviert, erwies sich als echte Verstärkung. Insbesondere als Deckungsspitze der 5-1-Abwehrvariante ließ sie ihren Gegenspielerinnen wenig Räume. "Thea war bis auf eine oder zwei Partien die konstanteste Spielerin", lobte Lässing.

Eine Schwäche hingegen schienen Positionsangriffe gewesen zu sein. Dafür fehlte es vor allem an Wurfkraft aus dem Rückraum. Gefährlich wurde es meist nur, wenn es schnell ging - und das vor allem über Stephanie Jäger. Trotz zwischenzeitlich schwankender Form trug sie sich ein ums andere Mal als erfolgreichste Werferin des HCS ins Protokoll ein. Am Ende war sie 158-mal erfolgreich und wurde damit fünftbeste Werferin der 3. Liga. "Vor allem zum Ende der Saison ist Stephanie die Verantwortung bewusst geworden. Danach konnte sie zeigen, zu welchen Leistungen sie fähig ist", hob Lässing hervor.

In einer anderen Tabelle liegt Yvonne Sachse ganz vorn. Sie kassierte in 23 Einsätzen 23 Zeitstrafen und drei Rote Karten - das ist Ligarekord. "Das gehört im Handball dazu. Der Verein kann sich glücklich schätzen, eine Spielerin wie Yvonne zu haben, die durch beherztes Zupacken Signale versendet." Sachse war eine der Säulen des HCS - genau wie Torhüterin Josephine Klauß, die "sehr stabil über die gesamte Saison agierte".

Bei aller Inkonstanz, die sich durch die ganze Spielzeit zog, gab es etwas, das - zum Leidwesen von Nils Lässing - relativ konstant war: Die schlechte Trainingsbeteiligung. "Das war nicht wie gewünscht", verriet der Trainer.

Die Salzländerinnen können stolz auf sich sein. Denn trotz einiger Schwächephasen, die sich immer wieder einschlichen, schlugen sie bis auf drei Mannschaften jeden Gegner mindestens einmal in der Saison. Unter den drei Teams ist auch Meister TSV Travemünde, "gegen den wir teilweise sehr gut waren".

Auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Horst Braunisch, ist zufrieden mit der Saison. "Unsere sportlichen Ziele haben wir erreicht. Aber nun müssen die Mädels erst einmal durchschnaufen. Sie können keine Bälle mehr sehen und sollen durch die Pause wieder heiß auf den Sport werden."

 

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