Salzlandkreis (chj) l Nachdem das Titelrennen in der Fußball-Salzlandliga entschieden ist und sich der FSV Drohndorf/Mehringen zum Meister krönte, richtet sich der Blick nun vollends auf den Abstiegskampf. Mit nunmehr 32 Punkten darf sich der SV Wolmirsleben auf Rang elf sicher fühlen. Die fünf Mannschaften dahinter blicken einer spannendem Saisonfinale entgegen.

Hakeborn hätte am vergangegen Spieltag mit einem Dreier bei Wacker Felgeleben das sichere Ufer erreichen können, unterlag jedoch mit 3:5. So bleiben es vorerst 25 Punkte auf dem Konto - nur vier mehr als Schlusslicht Schönebecker SC II. "Wir sind noch nicht durch", weiß auch Warthe-Coach Nils Heinemann. Und mit dem BSV Eickendorf als Gast scheint der vorzeitige Klassenerhalt heute ab 15 Uhr sehr schwierig. Allerdings stolperten die Eickendorfer zuletzt über Giersleben, was Hakeborn Grund zur Hoffnung geben dürfte.

Die Gierslebener hingegen, derzeitig punktgleich mit dem SSC II am Tabellenende, schöpften Hoffnungen aus dem 3:3-Unentschieden gegen den BSV. Es ist wahrscheinlich, dass ihnen der vorletzte Rang zum Ligaverbleib reichen würde. Doch davon will Trainer Werner Brähmer nichts wissen. "Wir müssen erst einmal von zwei Absteigern ausgehen." Heute ab 14 Uhr wollen sich die Grün-Weißen gegen die Rote Laterne zur Wehr setzten. Sie empfangen die Schönebecker zur wohl interessantesten Partie des 28. Spieltages. Es verwundert wenig, dass Brähmer im Kellerduell ohne Wenn und Aber drei Punkte fordert. "Ein Sieg ist Pflicht. Und trotzdem müssten wir danach hoffen. Denn mit Winningen und Unseburg/Tarthun warten anschließend zwei Brocken auf uns."

Doch um gegen den SSC II die Nase vorn zu behalten, benötigt Giersleben über 90 Minuten Konzentration. Denn es waren häufig die Schlussphasen, die einem Dreier im Wege standen. So auch gegen Eickendorf: Grün-Weiß führte bis zur 87. Minute mit 3:1, ehe Philipp Schmoldt die Gierslebener Hoffnungen auf drei Punkte begrub. "Über die gesamte Saison haben uns die letzten Minuten etwa zehn Punkte gekostet", hadert Brähmer, der dennoch nicht die Fassung verliert. "Wir müssen es weiter ruhig angehen. Wir haben von Anfang an gewusst, dass es um den Klassenerhalt geht. Oft haben wir ja auch gut mitgehalten - nur nicht die Tore erzielt." Von Resignation ist in Giersleben keine Spur: "Wir haben natürlich noch nicht abgeschlossen. Noch ist alles drin."

Allerdings schallt der Gierslebener Kampfansage eine aus Schönebeck entgegen. Denn auch die Elf von Marko Ulbrich hat das Kapitel Salzlandliga noch längst nicht zugeschlagen. Grund zur Hoffnung bot nicht zuletzt das 3:2 über Nienburg - "einem der wohl wichtigsten Siege", wie der Trainer weiß. Ulbrich räumt seiner Mannschaft durchaus gute Chancen ein, denn mit Hakeborn und Neugattersleben hat der SSC II gegenüber Giersleben das vermeintlich leichtere Restprogramm. "Wir haben noch eine realistische Chance, unsere Hoffnung ist groß." Doch erst einmal müsste ein Sieg im Kellerduell her. Entsprechend ruft Ulbrich die Partie zum "Drei-, wenn nicht sogar Neun-Punkte-Spiel" aus.

Im Saisonendspurt setzt der Schönebecker Coach weiterhin auf das taktische Konzept, das sich gegen Nienburg endlich bezahlt machte. "Wir erarbeiten uns seit Wochen Chancen. Doch es fehlte oft an Glück in der Umsetzung. Aber die Jungs sehen, dass wir den passenden Schlüssel parat haben."

Auch der SV 08 Baalberge, der mit dem 6:1-Kantersieg über Rathmannsdorf ein deutliches Lebenszeichen von sich gab, muss weiter punkten, um sich auch in der kommenden Saison "Salzlandligist" nennen zu dürfen. Bei einer Baalberger Niederlage morgen ab 14 Uhr in Wolmirsleben und einem Sieg zwischen Giersleben und dem SSC II würde der SV 08 auf den vorletzten Rang rutschen und wieder mitten drin stecken.

Ganz andere Sorgen hat indes Drohndorf/Mehringen. In Egeln kürte sich der FSV, dann setzte "kollektive Erleichterung ein", wie sich Trainer Sebastian Otte erinnert. Doch dabei gab es ein Problem - wenn man es so nennen kann. Es war ein Sonntag, dazu noch auf fremden Rasen. "Wir feiern die Feste zwar, wie sie fallen, aber sonntags ist das schwierig." Auch morgen kann die Mannschaft nicht groß feiern. Zum einen, weil es erneut auf fremdes Geläuf geht (Einheit Bernburg), zum anderen, weil es erneut ein Sonntag ist. Die große Sause muss also noch warten.

Angst davor, dass seine Mannschaft es nun gemächlicher angeht, hat Otte allerdings nicht. "Wir ziehen voll durch und werden der Konkurrenz nicht helfen. Uns half schließlich auch niemand. Wir werden alles versuchen, um auch die letzten drei Spiele zu gewinnen."