Marie Christoph war nach Ablauf der vergangenen Saison kurz davor den Handball an die Seite zu legen. Die C-Jugendliche des HC Salzland 06 gehörte zu dieser Zeit noch zum jüngeren Jahrgang des von Stefan Rähm betreuten Teams. "Die Älteren haben sie immer gestichelt", wusste er. Da es in der C-Jugend keine reinen Jahrgänge gibt, spielen immer zwei zusammen. Rähm überredete die 14-Jährige zum Weitermachen, mit Erfolg. Marie hat sich zu einer wichtigen Stütze entwickelt.

Staßfurt. Die Salzländerinnen stürzten sich Mitte September in das Abenteuer Sachsen-Anhalt-Liga. Der Start verlief aber mehr als holprig. So musste der HCS 06 zum Auftakt beim HSV Haldensleben eine deutliche 25:48-Niederlage einstecken. Es fehlten Keeperin Emiliy Compera und Rückraumspielerin Kristian Teumner, die krankheits- und verletzungsbedingt fast die komplette Hinrunde ausfielen. Auch in den nächsten drei Partien gegen die SpG Bandits-Magdeburg/Barleben (32:11), den BSV Magdeburg (22:19) und den Jessener SV (26:25) standen Niederlagen zu Buche. Für Rähm waren die Ergebnisse allerdings nur zweitrangig. Ihm ist es viel wichtiger, dass seine Mannschaft das Konzept, was er vorgibt beispielsweise in der Abwehr eine 3-2-1 zu spielen, auch umsetzt. Er fährt nach der Devise: "Was die Mädchen jetzt lernen, behalten sie für die Ewigkeit."

Doch erst zum Ende der Hinrunde kam der HCS 06 immer besser in Fahrt. Der erste Sieg wurde dann Mitte November beim SV Chemie Genthin bejubelt. Der HCS 06 gewann mit 29:22. Der zweite folgte 14 Tage später, dann allerdings vor heimischem Publikum, als die JSpG Elbe/Kühnau mit 33:16 bezwungen wurde. Die Salzländerinnen überwinterten auf dem fünften Tabellenplatz.

In der Hinserie wussten insbesondere Marie Christoph, Theresa Hähnel und Angelina Arnold ihren Trainer zu überzeugen. "Marie hat einen großen Sprung vollzogen. Sie hat sich zu einem Vorbild entwickelt." Die große Stärke von Marie und Theresa ist ihre Schnelligkeit. Darüber hinaus verfügt Rückraumschützin Theresa über eine enorme Wurfkraft. Das Besondere bei Angelina ist, dass die 14-Jährige sowohl mit links als auch mit rechts werfen kann. Auf Außen ist die 14-Jährige also variabel einsetzbar.

Doch nicht nur das Trio, sondern auch Rähm empfand die zweimonatige Wettkampf-pause als zu lang, bedingt auch dadurch, dass nur sieben Teams in der höchsten Spielklasse des Landes um Punkte kämpfen. Ein Freundschaftsspiel gegen den Tabellenführer der Bezirksliga SV Lok Oschersleben brachte dann ein wenig Abwechslung in den Trainingsalltag. Die Partie entschied der HCS 06 mit 30:18 für sich.

Die Zeit des Wartens hat nun morgen ein Ende, wenn die Rähm-Schützlinge um 10 Uhr den HSV Haldensleben in der Merkwitz-Halle in Staßfurt empfangen. Das Ziel hat Rähm klar vorgegeben: "Wir wollen weniger Gegentreffer als im Hinspiel kassieren, aber drei, vier Tore mehr erzielen. Ein Sieg wäre eine Überraschung."