Die neugewonnene Heimstärke ist wieder dahin. Nachdem sich die ZLG Atzendorf mit 4:0 gegen Oschersleben II und mit 6:0 gegen Veckenstedt eindrucksvoll behauptete, musste sich der Tabellenelfte in der Fußball-Landesklasse nun dem Schackstedter SV (4.) mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.

Atzendorf l Dabei mochten die Zuschauer wohl kaum glauben, dass die Gäste sieben Plätze über den Atzendorfern rangieren, denn über 90 Minuten verlief die Partie auf Augenhöhe. "Die Jungs haben trotz der Ausfälle ihr Bestes gegeben und ich bin spielerisch und kämpferisch sehr zufrieden", lobte Bernhard Knoll aus dem Trainergespann mit Steffen Grohe seine Schützlinge.

Beide Mannschaften erarbeiteten sich bereits in Halbzeit eins mehrere große Chancen, bei denen es entweder an Glück mangelte oder die sehr gut aufgelegten Keeper ihr Können bewiesen. Auf Seiten der Gastgeber hatten Daniel Ebeling und Steffen Linsdorf die besten Möglichkeiten. Ebelings Schuss ging an die Latte, bei Linsdorfs Versuch streckte sich Roman March und schlug den Ball noch über den Kasten. Die Schackstedter verfehlten das ZLG-Tor einmal aus drei Metern Entfernung. Bei der zweiten Großchance stand Sascha Eisenträger sicher.

Aufregende Momente gab es allerdings auch außerhalb rassiger Zweikämpfe und hochkarätiger Möglichkeiten. Atzendorfs Torjäger Sebastian Tolle hatte in einem Zweikampf nicht nur sportlich das Nachsehen. Er verdrehte sich das Knie und musste, gestützt von Trainer Grohe, den Platz verlassen. Die Verletzung verschlimmerte sich und schließlich musste ihn ein Krankenwagen abholen. "Diesmal ist wohl wirklich was kaputt", mutmaßte Grohe besorgt. Tolle sollte allerdings nicht der einzige Verletzte der Partie bleiben. In der 55. Minute verdrehte sich Schackstedts Ronny Pustal ebenfalls das Knie und musste somit auch das Feld verlassen.

Nach der torlosen ersten Halbzeit blieb auch die zweite Hälfte spannend, wieder hatten beide Seiten hundertprozentige Chancen. Neben Ebeling und Linsdorf, der vor allem durch seine Laufarbeit überzeugte, hatte auch Michael Gehrke durch eine Flanke eine gute Gelegenheit, das 1:0 zu erzielen. Es sollte jedoch Linsdorf sein, der in der 85. Minute endlich den Ball im Netz unterbrachte. Der Stürmer rannte schon jubelnd über das Feld, als die Pfeife des Unparteiischen ertönte. Linienrichterin Silke Galetzka hatte den Schützen im Abseits gesehen, sodass der Treffer nicht gezählt wurde. Das rief lauten Protest bei der ZLG, dem Trainergespann und den Fans hervor.

Das Pech verfolgte die Gastgeber noch weiter. In der Schlussminute kam es zu einer unübersichtlichen Szene vor dem Atzendorfer Tor. Uwe Reitmann nutzte die Situation und drückte den Ball in die rechte untere Ecke. Eisenträger kam noch dran, hielt den Ball aber nicht richtig fest, sodass mit der 90. Minute nicht nur eine verdiente Punkteteilung, sondern auch die Heimhoheit der ZLG zerschlagen war.

"Dabei wäre ein Unentschieden völlig in Ordnung gewesen", fand auch der Gäste-Trainer Alexander Rebel, der ebenfalls nicht recht verstand, warum Linsdorfs Treffer nicht gezählt wurde. "Mit dem Ergebnis und der Entscheidung bin ich nicht zufrieden", erklärte Knoll. "Aber wir haben die Klasse gesichert, also können wir die Sache relativ entspannt betrachten. Schlimmer wäre es, wenn der Ligaverbleib oder der Abstieg davon betroffen wäre."

Atzendorf: Eisenträger - Wolter, Maier (59. Brüggemann), Viogtländer, Ebeling, Linsdorf, Stange, Gehrke, Rock, Artur Knoll, Tolle (14. Sonnefeld)

Tore: 0:1 Uwe Reitmann (90.); SR: Daniel Kleist; ZS: 50