Es hätte so ein schöner Abschied von den Fans im letzten Saisonheimspiel der Landesliga werden können. Die Fußballer des SV Förderstedt hatten den FSV Barleben am Rande eines Unentschiedens, doch am Ende unterlagen sie mit 2:3 (1:1).

Förderstedt l Den FSV in dieser Saison verlieren zu sehen, scheint unmöglich. Denn nach 29 Spieltagen gaben sich die Barleber noch nicht die Blöße. Umso höher ist die Leistung von Förderstedt gegen den Spitzenreiter einzuordnen. Zwar standen die Gäste bereits als Aufsteiger fest, doch sie traten "keinesfalls pomadig auf", erkannte SVF-Trainer Lothar Lampe. Das merkte man vor allem in der Schlussphase, als die Gastgeber stehend K.o. schienen, der Aufsteiger aber weiter Gas gab, um doch noch drei Punkte aus Förderstedt zu entführen. Und dies gelang ihm am Ende auch - nach Meinung von Lampe "äußerst glücklich". Denn kurz vor Schluss hatte Marc Burdack die Sensation auf dem Fuß, als er allein auf Schlussmann Alexis Lenhard zulief, schließlich aber kläglich vergab. Der mangelnde Abschluss eröffnete den Barlebern einen Konter, den Philipp Hennecke zum 3:2-Endstand verwertete.

Für mehr Sicherheit hätte bereits der erste Durchgang sorgen können. Denn aus der 1:0-Führung durch Marcus Bolze, die Lampe als "herrlich herausgespielt" lobte, hätte durchaus eine 2:0- oder 3:0-Führung resultieren können. Kurz nach Bolzes Treffer parierte Lenhard einen Förderstedter Kopfball sehenswert und hielt die Gäste im Rennen. Wenig später war es erneut Lenhard, der - diesmal mit Glück - hinten dicht hielt. Ein Schuss von Bolze traf ihn am Kopf. Doch eine alte Fußballweisheit besagt: "Wer vorn nicht trifft, wird hinten bestraft." In der 39. Minute bewahrheitete sich dies. Michael Buschke foulte im Strafraum, Hennecke verwandelte den fälligen "Elfer".

Nach dem Seitenwechsel kam von beiden Teams nicht viel. So verwunderte es wenig, dass ein Standard für Gefahr sorgte. Jens Liensdorf trat einen an sich schwachen Freistoß. Doch die Mauer stoppte ihn mit der Hand - Schiedsrichter Janke zeigte auf den Punkt. Liensdorf schnappte sich das Leder und netzte mittig ein. "Da war er cool und übernahm Verantwortung", lobte Lampe.

Nach dem 2:1 in der 57. Minute forderten einige Zuschauer scherzhaft den Abpfiff. Möglicherweise ahnten sie Böses. Sie sollten recht behalten. Zwar verpasste Bolze eine mögliche Entscheidung per Kopf nur knapp, aber in der Folge übernahm der Favorit das Geschehen. Nach einer Ecke, die irgendwie an die Strafraumgrenze kam und von Lukas Dübecke nicht konsequent verteidigt wurde, kam Falk Raugust zum Schuss und ließ Maik Binnebößel keine Chance.

Die Förderstedter zogen sich, trotz Umstellung auf eine offensivere Dreierkette, immer weiter zurück und ließen die Gäste schalten und walten. Bei den Hausherren gab es fast ausschließlich nur noch ein Mittel: lange, planlose Bälle. Diese kamen dem spielstarken Favoriten entgegen, die wenig Mühe hatten, immer wieder anzustürmen. Ohne Binnebößel, der glänzend ins linke Eck abtauchte, wäre die Entscheidung schon früher gefallen.

"Wir waren am Ende platt, der Gegner abgezockt und routiniert genug, um Druck aufzubauen", erkannte Lampe an. Es verwundert wenig, dass er "mit einem Punkt zufriedener" gewesen wäre. Dennoch gestand er: "Unterm Strich ging das Ergebnis in Ordnung." Den Kopf ließ jedoch kein Förderstedter hängen. "Dafür gab es auch keinen Grund. Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können."

SV Förderstedt: Binnebößel - Liensdorf, Lattorf, Conrad, Marcus Janich, Dübecke (80. Burdack), Ingler (73. Strobach), Buschke, Herrler, Bolze, Marco Janich (60. Kaczur)

Tore: 1:0 Marcus Bolze (29.), 1:1 Philipp Hennecke (39., FE), 2:1 Jens Liensdorf (57., HE), 2:2 Falk Raugust (73.), 2:3 Philipp Hennecke (85.); SR: Tobias Janke; ZS: 86