In der momentanen Situation kann Handball-Verbandsligist Rot-Weiss Staßfurt (nach der Hinrunde auf Rang elf) jeden Punkt gut gebrauchen. Zwei wichtige Zähler kamen am Sonnabend hinzu. Dabei erstaunte vielmehr das Auftreten der Rot-Weissen, die den Tabellenführer HC Einheit Halle II beim 35:24 (18:14) regelrecht vorführten.

Staßfurt. Der Teamgeist ist Trainer Uwe Illig besonders wichtig. Daher saß die Mannschaft nach der Einheit am Freitagabend noch zusammen. Es wurde unter anderem auch das Auftreten des Teams vor der Partie gegen den Spitzenreiter besprochen. "Wir schlagen mal den Ersten", das klang für Illig zu vermessen und nur die kühnsten Optimisten trauten dem Team eine solche Leistung zu. Dass es dann doch gelang, hatte verschiedene Gründe.

Einer davon war sicherlich, dass die Staßfurter aufgrund der Tabellensituation keinen Druck verspürten. "Der Druck lag bei den Hallensern, die das Spiel gewinnen mussten, um wichtige Punkte für den Aufstieg zu sammeln", wusste Illig. Beim Gastgeber war keine Spur von Nervosität zu spüren. "Wir wollten so lange wie möglich die Partie offen halten." Die Rot-Weissen legten vor, während die Gäste immer nur reagierten. "Ich hätte mehr Gegenwehr erwartet." Die blieb aus, so dass der Gastgeber der Partie seinen Stempel aufdrückte.

Die Abwehr war mit einer 6-0 sehr offensiv ausgerichtet und nur bei Überzahlsituationen stellte Illig auf eine 5-1 um. Das Aufbauspiel des Gegens wurde somit früh gestört und die gewonnenen Bälle im Gegenzug erfolgreich in Treffer umgemünzt. Der Gastgeber setzte sich von einem 8:8 über ein 12:10 bis zur Pause zum 18:14 ab. Die Staßfurter, insbesondere Kapitän Stefan Jedlitschka und Tino Korin, strahlten viel Ruhe aus. "Sie haben in den richtigen Momenten das Richtige getan." Die Hallenser bekamen Korin, der viel von der halbrechten Position an den Kreis einlief und seine Treffer markierte, nicht in den Griff. Korin war zudem mit insgesamt zwölf Treffern der erfolgreichste Schütze.

In den zweiten 30 Minuten wurde kein Leistungsabfall sichtbar. Die Staßfurter spielten weiter befreit auf und bauten den Vorsprung zum 22:16 aus (36.). Rückraumspieler Thomas Jesse wurde immer wieder gut in Szene gesetzt, er kam auf acht Treffer. Christian Gödde stellte gut die Sperren, von denen Jesse profitierte und zum erfolgreichen Abschluss kam. In der Abwehr erwies sich Keeper Andreas Jesse, der starke Paraden zeigte, als starker Rückhalt. Ersatzmann Jan Rösler, der zwei Siebenmeter parierte, hat sich ebenfalls ausgezeichnet. Illig war besonders von der Disziplin seiner Mannschaft angetan. "Die Jungs zeigten die nötige Konzentration. Dabei war die gute Disziplin der Schlüssel zum Erfolg."

Probleme bereitete ihnen speziell die rechte Angriffsseite mit Benedikt Schmidt, der für die Hallenser achtmal traf. Eine Schwächephase leisteten sich die Staßfurter zwischen der 45. und 50. Minute, als "wir ohne Vorbereitung geworfen haben". Es schlossen unter anderem Tobias Ortmann, Carsten Berger und Stefan Jedlitschka zu hastig ab. So kämpften sich die Gäste bis zum 28:24 heran (50.), aber mehr ließ der Gastgeber nicht zu. Er enteilte zum 35:24 und fuhr souverän seinen fünften Saisonerfolg ein.

"Das war ein richtig ordentliches Spiel der Mannschaft gewesen. Alle Akteure, die zum Einsatz kamen, haben ihre Leistung abgerufen", lobte Illig. Allerdings sah er auch noch Reserven, insbesondere im Angriffsspiel. "Wir haben uns ordentlich bewegt, aber die Kombinationen nicht konsequent gespielt."

Staßfurt: Rösler/A. Jesse – Stein (2), Berger (6), Dittmar (1), Th. Jesse (8), Gödde (1), Illig (1), Jedlitschka (2), Loose, Tomm, Ortmann (2), Panzer, Korin (12)

Halle II: Altenberger/Maroldt – Plitz (3), Schlüter, Großmann, Wiesigkstrauch, Jahreis (5), Schmidt (9), Pohland, Kalbitz (1), Pannicke (5), Niestroj (1)

Siebenmeter: Staßfurt 2/1 – Halle II 8/6; Zeitstrafen: Staßfurt: 5 – Halle II 6