Staßfurt (chj) l Der TV Askania Bernburg II wollte sich beim SV 09 Staßfurt die Meisterschaft in der Fußball-Landesklasse und damit den Aufstieg sichern. Doch da hatte er die Rechnung ohne den Wirt - oder in diesem Fall den Gastgeber - gemacht. Denn die Bodestädter bewiesen Moral und belohnten sich für ihre Mühen am Ende mit einem 2:2 (1:2)-Unentschieden gegen den Spitzenreiter.

Bereits nach acht Minuten roch alles nach einer kleinen Sensation. Florian Abram eroberte sich den Ball, marschierte einige Meter und chippte ihn direkt in den Laufweg von Marcel Pusch. Zwar konnte Askanias Schlussmann Christian Zellmer dem Leder noch eine Richtungsänderung geben, doch schließlich segelte es trotzdem ins Tor.

Die Gäste wirkten vom frühen Rückstand regelrecht geschockt und hatten Probleme, zu ihrem Spiel zu finden. So war es immer wieder der SV 09, der für offensive Akzente sorgte. Wie etwa David Siegel, der Übersicht bewies und Pusch per Diagonalflanke in Szene setzte. Oder etwa per Freistoß von Siegel, der immer länger wurde und schließlich gegen die Latte knallte. Doch aus dem Gebälktreffer eröffnete sich eine gute Kontergelegenheit für die Bernburger, die erst Keeper Robert Michalak entschärfen konnte. Mit einem weiteren Pfostentreffer der Gastgeber ergab sich ein deutliches Chancenplus für die Staßfurter. "Wir haben die erste Halbzeit sehr gut gestaltet", lobte Co-Trainer Axel Quednow. "Askania hätte sich nicht über das 0:2 beschweren dürfen."

Doch die mangelnde Chancenverwertung rächte sich noch vor der Pause. In der 43. Minute zimmerte Benjamin Kollmann einen direkten Freistoß sehenswert in die Maschen. Nur eine Minute später misslang den Staßfurtern ein Diagonalpass, der Askania in Ballbesitz brachte. Daniel Ochmann schoss, traf den Ball jedoch nicht richtig. Ohne Geschwindigkeit kullerte das Leder ins linke Eck - Michalak sah dabei nicht gut aus. "Robert hat gesagt, dass er nicht mit dem Schuss gerechnet hat und dass es sein Ding war", erklärte Quednow. So gingen die Bernburger in Führung.

Nach dem Seitenwechsel zollten beide Teams den ersten 45 Minuten Tribut. "Wir konnten das Tempo nicht halten." Auch die Gäste zogen sich zurück, waren auf Verwaltung aus. Doch die Staßfurter bemühten sich, kämpften und wurden dafür belohnt. So sorgte Pusch per Handelfmeter für die Punkteteilung.

"Wir wollten für die Zuschauer ein anständiges Spiel abliefern, das gelang uns. Am Ende war das Unentschieden auch hochverdient", so Quednow. Vor allem die Innenverteidigung um Steven Stachowski und Kevin Hartmann ließ mit klugem Stellungsspiel wenig anbrennen, wenngleich der Coach niemanden hervorheben wollte. "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Jeder hat seine Aufgabe voll und ganz erfüllt. Askania hätte bei uns den Aufstieg perfekt machen können. Das wollten wir natürlich verhindern." Dass beide Teams sechs Ränge trennten, war nicht wirklich erkennbar. "Wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass wir es besser können", lobte Quednow.

Lobende Worte hatte der Staßfurter Coach auch für Schiedsrichter Norbert Herzog übrig. "Er hatte die Partie im Griff." So kam kaum ein härterer Derbycharakter auf. Mit der frühen, "aber überzogenen", Gelben Karte gegen Marcel Mähnert setzte der Unparteiische ein Zeichen und zog fortan seine Linie souverän durch.

SV 09 Staßfurt: Michalak - Hartmann, Schmidt (75. Härtge), Abram (90. Rodriguez-Gomez), Siegel, Pusch, Lieder, Gurn, Stachowski, Horstmann, Mähnert

Tore: 1:0 Marcel Pusch (8.), 1:1 Benjamin Kollmann (43.), 1:2 Daniel Ochmann (44.), 2:2 Marcel Pusch (81., HE); SR: N. Herzog; ZS: 97