Salzlandkreis (chj) l Spätestens um 16.45 Uhr heißt es: Rien ne va plus - nichts geht mehr. Am letzten Spieltag der Fußball-Salzlandliga entscheidet sich, wer den Gang nach unten antreten muss und wer sich über den Klassenerhalt in letzter Sekunde freuen darf. Mit dem SV 08 Baalberge, dem SV Grün-Weiß Giersleben und dem Schönebecker SC II sind noch drei Teams in akuter Gefahr. Zu einem direkten Aufeinandertreffen kommt es heute nicht, es wird also ein Dreier-Fernduell. Eigentlich sogar ein Vierkampf - Landesklasse-Vertreter FSV Rot-Weiß Alsleben befindet sich auf einem Abstiegsrang und würde neben dem Letzten auch den Vorletzten aus der Salzlandliga verdrängen.

Einem der drei Teams die besseren Karten zuzuordnen, scheint unmöglich. Denn jeder der jeweiligen Gegner steht in der oberen Tabellenhälfte. Giersleben empfängt Winningen, Baalberge trifft auf Felgeleben und der SSC II gastiert in Neugattersleben. Angesichts des deutlich schlechteren Torverhältnisses und des Auswärtsspiels scheinen die Elbestädter das schwerste Los im Kampf um den Ligaverbleib zu haben. Das trübt den Schönebecker Optimismus allerdings keinesfalls. "Wir haben verbissen um unsere Chance gekämpft, nun haben wir sie. Meine Hoffnungen sind sehr groß", erklärt Trainer Marko Ulbrich und fährt fort: "Wir haben den geringsten Druck." Obwohl es bei der ersten Mannschaft um nichts mehr geht, rechnet der Coach mit keiner Aushilfe der Verbandsligisten. "Wir werden eine eingeschworene Truppe sein." Sebastian Prosovsky dürfte allerdings trotzdem auflaufen.

Der SV 08 steht Felgeleben gegenüber und darf mit keiner Schützenhilfe rechnen. "Für so etwas haben wir keine Ambitionen. Es ist ein Spiel wie jedes andere", erklärt Wacker-Trainer Thoralf Voß. Er betont, keinesfalls locker aufzutreten, "da wir als Aufsteiger sogar noch die Chance auf Platz drei haben".

Die Gierslebener, die zuletzt personell gebeutelt eine 1:9-Klatsche kassierten, können heute wieder auf mehrere Akteure zurückgreifen. "Wir sind gerüstet", sagt Coach Werner Brähmer. Dass das Resultat die Stimmung trübt, glaubt er nicht. "Wir wussten um unsere personelle Lage." Auf die Schönebecker will Brähmer nach Abpfiff gar nicht schauen, denn "wenn wir gewinnen, interessiert uns kein anderer". Allerdings müsste auch Alsleben punkten oder aber Baalberge nicht mehr als ein Unentschieden herausholen.