Vor etwas mehr als einer Woche durften sie sich schon einmal beschnuppern, die Handballerinnen des HC Salzland 06 und René Linkohr, der die Nachfolge von Nils Lässing an der Seitenlinie übernimmt. Der neue Trainer steht vor zwei großen Herausforderungen.

Staßfurt/Köthen l Zum einen lässt sich Linkohr auf ein völlig neues Metier ein, schließlich hat er bei seinen Stationen in Köthen, Concordia Staßfurt, Lok Schönebeck und TSG Calbe ausschließlich Männerteams trainiert. "Ich freue mich auf diese Aufgabe", schaut der 47-Jährige zuversichtlich nach vorn, schließlich scheint ihm die bisherige Spielweise wie auf den Leib geschnitten zu sein. Die starke Abwehr des HCS 06, der in diesem Element die Saison in der 3. Liga als Vierter beendete, ist das Prunkstück. Daran wird Linkohr, der viel Wert auf eine gute Defensive legt, weiter feilen. "Das Team hat großes Potenzial. Ich denke, ich kann sogar noch mehr herauskitzeln." Dabei helfen wird Daniel Schmidt, der weiterhin Co-Trainer bleibt. Beide kennen sich aus Zeiten bei der HG 85 Köthen, als Schmidt noch in der Jugend aktiv war. Auch Carolin Tarczewska wird im Betreuerstab bleiben.

Doch bis es zum ersten Mal an den Ball geht, hat der Trainer eine vierwöchige Pause verordnet. Bis zum 16. Juni "sollen die Spielerinnen den Kopf freibekommen". Dann bittet er zur ersten Einheit auf die Laufbahn des Lok-Platzes in Aschersleben. "Alle Spielerinnen haben einen Trainingsplan bekommen." Also auch sie müssen quasi Hausaufgaben erfüllen. In der Folge sollen die Grundlagen in Kraft und Ausdauer gelegt werden, jedoch nicht mit stupidem Konditionstraining. Vielmehr will Linkohr die Vorbereitung abwechslungsreich gestalten, unter anderem mit Spinning, Schwimmen oder Floorball. "Handball-spezifische Einheiten wird es dennoch geben."

Fünf Wochen später zieht das Team dann endgültig in die Halle um, auf Linkohr und seine Schützlinge wartet die zweite große Herausforderung: Das Einschwören auf die neuformierte Oststaffel, in der vermehrt niedersächsische und hessische Teams auflaufen. "Um uns darauf vorzubereiten, muss ich meine Hausaufgaben noch besser erledigen." Schließlich sollen auch die beiden Neuzugänge Carolin Beck (24 Jahre, HSV Haldensleben) und Justine Schmitz (17 Jahre, SV Union Halle-Neustadt) integriert werden. "Wir haben bereits eine starke rechte Seite. Nach dem Weggang von Maria Häußler sind wir auf der linken Seite nun auch gut aufgestellt. Wir können somit jede Position weitgehend doppelt besetzen."

Wie gut das Zusammenwirken funktioniert, testet das Team erstmals Ende Juli in einem Freundschaftsspiel. Vom 15. bis 17. August wird ein Trainingslager absolviert, in das eine Teilnahme beim Turnier in Chemnitz inkludiert ist. Eine Woche später wird der Salzhof-Cup ausgetragen. Saisonstart ist dann am 7. September, voraussichtlich gegen den HC Leipzig II. Dann wird sich zeigen, wie gut die Herausforderungen gemeistert wurden.

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