Bernburg (nrc) l Es sollte eigentlich ein spannendes Finale im Fußball-Salzlandpokal werden. Doch die Partie zwischen dem Egelner SV Germania (Salzlandliga) und dem Schackstedter SV (Landesklasse, Staffel III) in der Sparkassen-Arena in Bernburg nahm ein unerfreuliches Ende. Die Anhänger beider Mannschaften gingen gegen Ende der Begegnung, die mit 5:1 (2:1) für Schackstedt endete, auf- einander los. Nicht nur die Ordnungskräfte vor Ort mussten eingreifen, selbst Spieler beider Teams zogen ihre wütenden Anhänger auseinander.

Doch mit dem großen Gerangel am Ende der Partie war es nicht getan. Nach dem Spiel kam es erneut zu einer Ausein-andersetzung zwischen zwei Fans des ESV Germania und des SSV. Dieses Mal gab es Konsequenzen: Eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Nach der Schlägerei "stellte ein Fan die Anzeige, da er sich eine Schürfwunde am rechten Zeigefinger zugezogen hatte", erklärte Oberkommisar Richter von der Bernburger Polizei. "Diese entstand, als der betroffene Fan einen Schlag abwehren wollte."

Allerdings hatte auch die Rangelei während der Partie Folgen. "Es wurde von einer 19-jährigen Ascherslebenerin Anzeige wegen versuchter Körperverletzung gestellt", gab Christin Penger, Kommissarin der Polizeidirektion Nord, bekannt.

Auf dem Tisch des zuständigen Sportgerichts, vertreten durch den Vorsitzenden Sven Tuchen, liegt derzeit die Anzeige wegen Körperverletzung. Diesbezüglich gibt es nun auch ein Untersuchungsverfahren - und zwar für beide Vereine. "Der Vorwurf lautet: Verstoß gegen die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit." Dass zunächst gegen beide Teams ermittelt wird, hat einen Grund: "Wir wollen nun klären, von welcher Seite die Aggressionen genau ausgingen. Es geht in erster Linie um die Klärung der Schuld", sagte Tuchen. Auf den Verein, der am Ende die Verantwortung übernehmen muss, könnte im schlimmsten Fall eine saftige Geldstrafe zukommen. Bis zu 15 000 Euro werden bei einem solchen Vergehen vom Sportgericht des Salzlandkreises als Strafe ausgesprochen.

Von Seiten des Egelner SV Germania gab es keine Stellungnahme. "Mir liegen derzeit noch keine Informationen vor, wie sich der Vorstand verhalten wird", erklärte der Trainer Sören Leßmann. Er fügte aber hinzu: "Vielleicht sollte man darüber nachdenken, ein Alkoholverbot bei Fußballspielen auszusprechen. Denn dieser spielt ja meistens die Hauptrolle in solchen Auseinandersetzungen."

Claus Maseberg, der Vorsitzende des Vereins, wollte sich auf Nachfrage ebenfalls nicht äußern.