Halle (sam). Ihre Hausaufgaben haben die Handballerinnen des Mitteldeutschen Handball-Oberligisten HC Salzland 06 gestern beim SV Union Halle-Neustadt II erledigt. Die Schützlinge von Trainer André Hein bezwangen den Gastgeber mit 30:28 (15:11) und haben nun zehn Zähler auf dem Konto. Damit wuchs der Vorsprung zu den unmittelbaren Abstiegs-Konkurrenten wie Niederndodeleben und Altenburg auf fünf Punkte an.

Im Aufgebot standen dann auch die angeschlagenen Silke Ruthe und Stefanie Jäger. Beide spielten allerdings nicht durch, sondern erhielten viele Pausen. Dafür fehlte Elisabeth Günther aus krankheitsbedingten Gründen. Die Mannschaft wusste allerdings nur 45 Minuten zu überzeugen. In dieser Phase führten die Salzländerinnen mit 24:16, versäumten es aber "den Sack frühzeitig zuzumachen". Aus unerklärlichen Gründen wurden die Gäste nun unsicherer. Das spielgelte sich dann auch in den Zwischenergebnissen wider. Die Hallenserinnen verkürzten den Rückstand bis auf zwei Tore zum 26:28. Der HCS 06 siegte am Ende, weil er sich im Angriff in drei Eins-gegen-Eins Situationen durchsetzte. "Den Sieg hat sich die Mannschaft verdient. Dabei ist die mannschaftliche Geschlossenheit hervorzuheben", sagte Hein. Seine Euphorie hielt sich allerdings in Grenzen, phasenweise auch schon in der ersten Hälfte.

Die Gäste übernahmen sofort die Initiative, gingen zum 1:0 in Führung. In der Abwehr agierte das Team wie gewohnt aggressiv und sicher. Da Mareike Fiedler bereits nach 25 Minuten schon zwei Zeitstrafen auf ihrem Konto hatte, bekam dann Maria Geipel die Sonderauf-gabe zugeteilt. Sie sollte die starke Außenspielerin Marie Knappe aus dem Spiel nehmen. Das gelang ihr, aber dennoch markierte die gut aufgelegte Knappe acht Treffer. "Maria hat ihre Aufgabe ordentlich gelöst", so Hein. Seinem Team gelang es im weiteren Verlauf sich über ein 4:8 zum 6:10 abzusetzen. Diesen Vier-Tore-Vorsprung rettete es dann bis in die Pause. Doch Hein war unzufrieden: "Wir hätten bis zur Pause mit acht Toren führen müssen." So wurden beispielsweise die Angriffe nicht so lange ausgespielt, bis eine Lücke da war oder die Bälle wurden leichtfertig vergeben.

Für Hein war die Führung unwichtig, denn aus der Vergangenheit, wie jüngst gegen den BSV Zwickau II, war seine Mannschaft gewarnt, als die Partie noch verloren ging. Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit verliefen aus seiner Sicht gut. Die Abwehr stand sicher und dann begann plötzlich das große Zittern.

HCS 06: Schöne/Tarczewska – Ruthe (6), Pätzold (10), Fiedler, Kramer (2/1), Geipel (2), Jäger (7/2), Reinl, Sacher (2), Stein

Siebenmeter: Halle-Neustadt II 6/3 – HCS 06 5/3; Zeitstrafen: Halle-Neustadt II 6 – HCS 06 7