Die Vorbereitungen auf die neue Drittliga-Saison laufen bereits auf Hochtouren. Die Handballerinnen des HC Salzland 06 befinden sich in ihrer dritten Trainingswoche mit dem neuen Coach René Linkohr.

Aschersleben l Das Aufbauen konditioneller Grundlagen steht in der Salzländer To-Do-Liste ganz oben. Dabei scheut Linkohr auch keine Maßnahmen, die zunächst einmal ungewöhnlich klingen. So gab es beispielsweise eine Boxeinheit für die Handballerinnen. "Dabei geht es um eine andere Art der Beinarbeit", sagte der Trainer. Doch in der Saisonvorbereitung geht nichts über das unbeliebte Lauftraining. Fünfmal 1000 Meter in einer vorgeschriebenen Zeit - der Coach schien zufrieden. Insbesondere mit Caroline Rosiak, die meist vorneweg lief.

Aber auch Spinning und zahlreiche Laufeinheiten stehen auf dem Programm. Co-Trainer Daniel Schmidt leitete ein Lauf-ABC, während Linkohr mit dem kränkelnden Neuzugang Justine Schmitz redete. Linkohr teilt sich die Trainingseinheiten mit Schmidt. "Wir kennen uns schon ziemlich lange", erklärte der "Neue". Beide sind Köthener, Schmidt spielte sogar schon unter Linkohr.

Der Coach ist mit der Trainingsbeteiligung zufrieden - und das will er auch sein. Diesbezüglich ist er eisern: "Es gibt immer mal Ausnahmen. Aber das Gros will ich im Training sehen." Er scheut sich auch nicht davor, bei mangelnden Fortschritten zu handeln. "Wenn es nicht reicht, schiebe ich Extraeinheiten ein." Aber bisher ist er zufrieden. "Bis jetzt sieht es gut aus, alle ziehen mit." Wenn die Entwicklung und der Einsatz weiterhin so positiv bleiben, winkt sogar eine trainingsfreie Woche als Belohnung.

Handball-spezifischer soll es ab dem 21. Juli zugehen, wenn die athletischen Grundlagen geschaffen sind. Linkohr weiß genau, woran er feilen will. "Wir kennen unsere Schwächen. Es gibt ein paar Sachen, an denen wir arbeiten müssen." So lobte er beispielsweise den 6-0-Deckungsverband, auch den mit einer vorgezogenen Spitze. "Aber wir wollen eine weitere Variante verfeinern." Außerdem sollen Positionsangriffe in den Fokus genommen werden - dem wohl größten Manko der Salzländerinnen. "Mehr Dynamik" soll in diese einziehen.

Linkohr begann absichtlich zwei Wochen früher mit der Vorbereitung als die meisten anderen Vereine. Zum einen soll sich dies in Leistungsvorsprüngen bemerkbar machen. Zum anderen müssen Mannschaft und Trainer "sich kennenlernen und zusammenwachsen". Der Coach macht keinen Hehl daraus, dass es auch für ihn eine ungewohnte Situation war, trainierte er schließlich bislang nur Männermannschaften. "Es war Neuland für mich. Aber man hat es mir nicht schwer gemacht. Es ist ein angenehmes Arbeiten, die Disziplin stimmt."

Gewöhnen muss sich Linkohr auch an den neuen Ton, der in einer Frauenmannschaft herrscht. "Das ist als Trainer ein wenig anders. Das Zwischenmenschliche zählt viel mehr." Es gehe auch mal nicht um Handball, sondern um anstehende Prüfungen oder ähnliches. Außerdem sind die Frauen "wissbegieriger, es wird mehr zugehört". Aber der Coach weiß auch, dass die gute Laune schnell kippen könnte, denn die wahren Gradmesser kommen noch. Daher lautet Linkohrs Forderung klipp und klar: "Wir wollen unser erstes Saisonspiel unbedingt gewinnen." Der HCS trifft am 7. September zum Auftakt auf den HC Leipzig II, wie im Vorjahr.