Seit dem 1. Juni 2014 ist Thomas Gruschka im Amt, hat der neue Geschäftsführer des Kreissportbunds (KSB Salzland die Geschicke von Lothar Maruhn übernommen. Sportredakteur Frank Nahrstedt sprach mit dem 43-jährigen Bernburger über Pläne und Probleme.

Volksstimme: Herr Gruschka, welche war Ihre erste Aufgabe im neuen Amt?

Thomas Gruschka: Das ist zum jetzigen Zeitpunkt bereits schwer zu sagen (lacht). Die erste größere Aktion war der Besuch vom Pferdefestival in Wester- egeln, eine Woche nach meinem Amtsantritt. Zuvor gab es noch eine Mitarbeiter-Versammlung.

35 Tage sind seit Ihrem Amtsantritt vergangen. Haben Sie sich einen Überblick verschafft?

Den brauchte ich ja nicht, da ich bereits jahrelang als Stellvertreter mitgearbeitet habe. Durch die vielen Veranstaltungen in den vergangenen Wochen muss ich erstmal alles abarbeiten. Stück für Stück kann ich mir in der Sommerpause jetzt die Sachen vornehmen, die ich erledigen wollte.

Welche sind das genau?

Im Herbst möchten wir Regionalkonferenzen mit den Vereinen in den Regionen Schönebeck, Aschersleben und Bernburg durchführen. Den Antrag darauf habe ich in der vergangenen Woche dem Präsidium vorgelegt. Ich möchte mich den fremden Vereinen vorstellen und gleichzeitig wieder näher an die Basis herankommen. Wir wollen beraten, wie man zukünftig die Struktur des KSB effektiver gestalten kann.

Sie setzen also schon Ihre ersten Ideen um?

Die Regionalkonferenzen dienen in erster Linie dazu, zu verdeutlichen, dass wir ein Kreissportbund sind. Das Altkreisdenken möchte ich nach sieben Jahren Fusion endlich ad acta legen. Regionaler Bezug der Vereine ja, aber wir sind unter einem Dach.

Welches ist das größte Problem, das Sie bewältigen müssen?

Dieses regionale Denken ist genau das, was wir ändern wollen. Das ist für mich seit den vergangenen Jahren ein ganz großes Thema, auch wenn es schwierig sein wird. Und auch mit den Verbänden möchten wir enger zusammenarbeiten. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten das Gespräch suchen, um zu klären, wie wir als Kreissportbund in den Strukturen helfen können.

Die Kreis-, Kinder- und Jugendspiele gehören zu den größten Veranstaltungen des KSB. Sind weitere geplant?

Die Jugendspiele wollen wir auf jeden Fall weiter pflegen. Die Frage ist nur: Auf welche Art. In jedem Jahr stoßen wir an unsere organisatorischen Grenzen, da wir jetzt auch eine Stelle weniger im KSB haben. Das müssen wir kompensieren. Aber die Zusammenarbeit mit allen Schulen erweist sich als schwierig. Es gibt Stammgäste in den einzelnen Disziplinen, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache. Wir möchten so viele wie möglich ansprechen. Es gibt regionale Traditionen, die wir auf den Salzlandkreis ausweiten möchten und mit denen sich alle identifizieren können.

Gibt es weitere wichtige Aufgaben?

Ja. Ein großer Komplex im kommenden Jahr wird die zweite Pilotierungsphase sein. Für jeden Schüler in der dritten Klasse wird dann ein Leistungstest der Sportmotorik Pflicht sein. In diesem wird eine Empfehlung für die jeweils geeignete Sportart ausgestellt. Dafür wird die intensive Zusammenarbeit mit den Schulen notwendig sein. Die Kunst wird sein, die Anfragen mit den Vereinen zu regulieren. Die Talente sollen zum Sichten eingeladen werden. Dort wollen auch die Landestrainer anwesend sein. Viel wichtiger ist aber der zweite Part. Da jeder eine Empfehlung bekommt, wollen wir die Nachwuchsarbeit im Verein stärken. Im Organisationsgrad gehört der Salzlandkreis bislang zu den schwächeren im Land.

Sind die Mitgliederzahlen rückläufig?

Nein, der Organisationsgrad ist recht stabil, im Vergleich zur Einwohnerzahl ist das okay. Aber im Vergleich zu anderen Kreisen haben wir etwa zwei Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Das macht ein paar tausend Mitglieder aus. Wir wollen die Vereine für breitensportliche Angebote offenhalten oder öffnen.

Welche sind Ihre kurzfristigen Vorhaben und Ziele?

Morgen haben wir das Finale der Kreis-Kinder- und Jugendspiele in der Leichtathletik in Bernburg. Dann folgt am Mittwoch, 9. Juli, die Auswertung aller Disziplinen und der Dank an die Helfer. Das Präsidium muss den Landes-Sporttag des LSB Ende September in Bernburg vorbereiten. Und die Organisation der Regionalkonferenz wird ebenfalls vorangetrieben. Dort sollen die Vereine ihre Vorstellungen, Ideen und Wünsche äußern können. Die Einladungen werden in den kommenden Wochen verschickt.