Handball auf Großfeld, auf Rasen und auf Fußballtore? In Borne ist dies Tradition, wenngleich sie in den Jahren eingeschlafen war. Der SV Germania wollte diese wieder aufleben lassen und lud sich mit dem SV Langenweddingen den Meister der Sachsen-Anhalt-Liga ein. Zwar gewannen die Gäste mit 23:12 (10:5) deutlich, im Vordergrund stand aber der Spaß.

Borne l Von Anfang an war der SVL überlegen, seine Führung war nie wirklich gefährdet. Daraus jedoch Schlüsse für die neue Saison zu ziehen, wäre verkehrt. Denn die Germania lief nicht mit dem Stammkader auf. So unterstützten beispielsweise Moritz Wilke aus der B-Jugend des HV Staßfurt, Mandy Hamann aus der Frauenmannschaft oder etwa Josephine Brinkmann, Betreuerin der Frauen.

Das Interesse ist mit den Jahren wieder gestiegen

Viel mehr ging es darum, eine alte Tradition in Borne wieder zum Leben zu erwecken. Etwa 100 Zuschauer sahen sich das doch eher ungewöhnliche Spektakel an. "Vor fünf oder sechs Jahren hätte die Partie niemanden interessiert", erklärte Germania-Vorsitzende Denise Eckstein-Bunk. Doch mittlerweile sei das Interesse wieder größer und es wird bereits über ein Turnier im kommenden Jahr nachgedacht.

Einzig und allein um Spaß und Tradition ging es aber doch nicht. Die weiten Strecken auf dem großen Feld waren ein ausgezeichnetes Ausdauer-Training. Die Partie war quasi eine Extraeinheit, gepaart mit Wettkampfcharakter.

Für einige der Germanen war es das erste Mal auf Großfeld. So mussten kurz vor Anpfiff zur Sicherheit noch einmal die Regeln erläutert werden. Überrascht wirkten alle Akteure auch, als Langenweddingens Keeper Jens Wendland einen Wurf ins Tor-Aus abwehrte und Schiedsrichter Peter Gebhardt auf Ecke entschied. Das war den meisten neu. Gebhardt freute sich, mal wieder eine Partie der etwas anderen Art leiten zu können. "Ich habe selbst jahrelang in Schönebeck Großfeld gespielt. Es herrschen ganz andere Bedingungen. Und von den jüngeren Schiedsrichtern kennt heute kaum noch jemand die Regeln."

Neu war auch, dass Bastian Krautwald nicht als Bornes Torhüter auflief, sondern auf dem Feld. "Die Erfahrung wollte ich mitnehmen", erklärte der 17-Jährige. "Es war mal etwas anderes und ganz ungewohnt." Zwar habe es ihm sehr viel Spaß bereitet, in Zukunft will er aber lieber wieder den Kasten hüten. Dass es jedoch eine so deutliche Niederlage wurde, ärgerte den ehrgeizigen Keeper dann doch etwas. "Als Sportler ist man nie zufrieden, wenn man verliert."

Jürgen Wartmann neuer Coach bei der Germania

Die Mannschaft indes coachte sich selbst. Nachdem die Interimslösung der abgelaufenen Saison um Andreas Lampe und Sven Klippstein nicht mehr als Trainer fungieren wird, ist Jürgen Wartmann der Neue an der Seitenlinie. Gegen den SVL war er jedoch nicht vor Ort. Wesentliche Schlüsse hätte er aus der Partie für den Ligabetrieb ohnehin nicht ziehen können.

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