Die Fußball-Weltmeisterschaft ist nun schon zehn Tage her. Doch so ganz wurden die Fanartikel noch nicht weggepackt. Im Dr. Frank-Gymnasium Staßfurt sah man erneut Blumenketten und Fahnen aller Länder. Anlässlich seines jährlichen Schulfestes hatte das Gymnasium eine Mini-WM ins Leben gerufen. Und die Schüler feuerten ihren Favoriten natürlich lauthals an.

Staßfurt l Deutschland konnte dabei allerdings nicht das Sommermärchen von Brasilien wiederholen. Der "Weltmeistertitel ging nämlich an Costa Rica. Die Mannschaft setzte sich im Finale mit 4:1 gegen die Niederlande durch und durfte sich über den gesponserten WM-Pokal freuen.

Das Turnier wurde von den elften Klassen fast im Alleingang organisiert. Alle Klassen konnten im Vorfeld ein Team stellen, dann wurden die Länder zugelost. Die Lehrer wurden im Übrigen nicht verschont und stellten ebenfalls eine Mannschaft. Im Turnier traten diese dann als "England" an.

Die Teams waren gemischt. Mädchen waren im Wettbewerb nicht nur sehr willkommen, es war sogar Pflicht, dass immer eine Spielerin auf dem Feld auflief. Eine von ihnen war Luca Kisner. Eigentlich schwingt sie erfolgreich den Badmintonschläger vom SV Salzland Staßfurt. "Fußball ist meine zweite Leidenschaft", erklärte die 14-Jährige. "Ich finde den Sport einfach cool." Luca startete für Deutschland und war sich weder zu schade noch zeigte sie gar Angst, in Zweikämpfe mit ihren männlichen Gegnern zu gehen. Da alle Mannschaften im System 3-1 spielten, gab es natürlich keine genaue Zuordnung für Offensive und Defensive. "Ich war in den ersten Spielen vor dem eigenen Tor eingesetzt", erläuterte die Achtklässlerin. "Ich hoffte aber, dass ich auch mal vorn spielen kann." In späteren Partien erfüllte sich Lucas Wunsch. "Deutschland" erreichte das Achtelfinale, schied dann aus.

Aaron Zöger auf der Siebten Klasse setzte sich oft vor dem Tor ein. Der Siebtklässler spielt aktiv Fußball in Hecklingen, dort allerdings eher in der Abwehr. "Hier kann ich aber auch mal Tore schießen", so Aaron. Dass der 13-Jährige Spaß an diesem Wettbewerb hatte, bewies schon allein die Tatsache, dass er sich, wie viele seine Mitschüler, die Fahne seiner Mannschaft auf die Wange gemalt hatte. "Wir kamen im Turnier eigentlich ganz gut klar", schätzte Aaron ein.

Die Engländer hatten dagegen einiges Nachsehen. Mit nur einem Treffer schied das Team bereits in der Vorrunde aus. Aber das beunruhigte die Lehrermannschaft nicht im Geringsten. Unter ihnen war auch Dirk Bauermeister, B-Junioren-Trainer beim SV 09 Staßfurt und Mathematiklehrer am Dr.-Frank-Gymnasium. Für ihn war es schon eine "interessante Erfahrung, gegen ein paar der eigenen Jungs zu spielen". Bauermeister bekam bei den doch steigenden Temperaturen in der Sporthalle der Schule vor allem eines zu spüren: "Der Altersunterschied macht sich doch sehr bemerkbar."

Als Lehrer hatte er allerdings auch viel Lob für das Turnier übrig. "Die Elfklässler haben sich wirklich viel Mühe gegeben. Alles ist hervorragend organisiert und die Kinder haben wirklich Spaß an dieser Mini-WM."

Die Idee, diese zum Schulfest ins Leben zu rufen, lag natürlich auf der Hand. "Die WM in Brasilien war quasi gerade vorbei", erklärte Bastian Krautwald, der die Leitung des Turniers und der Organisation übernahm. Der Elfklässler, der eigentlich im Handball zu finden ist und aktiv beim SV Germania Borne spielt, hatte auch alle Hände voll zu tun. Angefangen von der Freigabe der Spiele, über das Notieren der Ergebnisse bis hin zum Befreien von Festsitzenden Bällen. Auch die ein oder anderen Gemüter mussten schon einmal beruhigt werden, wenn Schiedsrichterentscheidungen nicht als fair erachtet wurden.

 

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