Salzlandkreis l Unter den 249 verhandelten Verfahren des Kreissportgerichts Salzland befinden sich auch 19 unter der Rubrik "Unberechtigtes Mitwirken von Spielern". Dabei wird zuweilen mit unerhörter Dreistigkeit vorgegangen, obschon sich dies nicht lohnt. "Das ist kein Kavaliersdelikt. Die Spieler sind dann ohne Versicherungsschutz", betonte Sven Tuchen, Vorsitzender des Kreissportgerichts. Im Schadensfall komme zwar zunächst die Versicherung auf, "aber man muss das Geld dann sehr wahrscheinlich zurückzahlen."

Besonders dreist hatte es der SV Peißen versucht, in seinem letzten Punktspiel in der Kreisliga, obwohl alle Entscheidungen bereits gefallen waren, drei Akteure unter falschem Namen einzusetzen. Sie waren zudem minderjährig und bei anderen Vereinen gemeldet. Der SVP erhielt neben der 0:3-Spielwertung eine saftige Geldstrafe in Höhe von 600 Euro. Wäre er aufgrund Spielermangels lediglich nicht angetreten, hätte er nur eine Strafe in Höhe von 75 Euro zahlen müssen.

Auch in der Partie zwischen dem Schönebecker SV II und Bode Löderburg in der Kreisliga wurde ein Spieler unter falschem Namen eingesetzt, weil er aufgrund einer Roten Karte noch gesperrt war. Der Spieler wurde zu 100, der Verein zu 500 Euro Strafe verurteilt.

Etwas verwirrend war der Fall hingegen in der Partie zwischen der WSG 10 Schönebeck und dem FSV Wespen II. Eine Woche zuvor hatte ein Spieler im Pokal gegen Baalberge II/Bebitz eine Gelb-Rote Karte erhalten. "Diese Sperre wäre nur für den Pokalwettbewerb gewesen", sagte Tuchen. "Da er anschließend allerdings den Schiedsrichter beleidigt hatte, erhielt er drei Wochen Spielsperre für alle Wettbewerbe." Dies schien auch der Verein zu wissen, der seinen Spieler eine Woche später gegen den FSV II trotz einstweiliger Verfügung unter falschem Namen hatte mitwirken lassen. Die Folge waren insgesamt drei Monate Sperre für den Spieler plus 100 Euro Strafe. Hinzu kamen 300 Euro gegen den Verein.

Letztlich lohnt sich ein Betrug also nicht. "Es kommt am Ende ja doch alles raus. Es macht keinen Sinn zu betrügen", ermahnt daher auch Tuchen.