Neundorf (nrc) l Im Rahmen der Vorbereitung wartete auf die Fußballer des TSV Neundorf ein recht ungewöhnlicher Gegner. Anstatt einer anderen Fußballmannschaft standen elf Handballer auf dem Feld: Die Reserve des HV Rot-Weiss Staßfurt. "Handballer spielen einfach gern Fußball", erklärte Trainer Mario Kutzer, der gleichzeitig auch als Spieler auf dem Feld agierte. Sein Team schlug sich nicht nur wacker gegen die Kreisklasse-Elf des TSV, sie gewann auch mit 2:1.

Aufgrund der sommerlichen Temperaturen wurde im Rhythmus dreimal 30 Minuten gespielt. Die Testpartie in einer anderen Sportart diente vor allem der Laufarbeit. "Man muss eine längere Strecke absolvieren", erläuterte Kutzer. "Außerdem sind die Bodenverhältnisse völlig anders. Man hat andere Schuhe an und versinkt etwas im Boden." Außerdem kann man an ein Fußballspiel nicht so herangehen, wie an ein Handballpartie. "Wir haben uns im Vorfeld zusammen Gedanken gemacht, wo wer spielen kann", so Kutzer. "Wir wollten vorn mit einem Stürmer und hinten mit einer Viererkette agieren."

Am Ende war das aber auch das Einzige, das im Spiel der Staßfurter Struktur hatte. Im Mittelfeld ging es dagegen eher ungeordnet zu. "Irgendwie ist da jeder zum Ball gelaufen", erinnerte sich der Trainer lachend.

Dem Erfolg tat dies allerdings keinen Abbruch. Die Gäste gingen in Führung. Kutzer selbst war der Torschütze. Zunächst wurde der Ball hinten abgefangen, dann setzte sich Eike Rach, der das Team aus der Ersten unterstützte, über links durch und passte den Ball auf Kutzer, der frei vorm Tor der Neundorfer stand und das Leder versenkte. Kutzers Talent vor dem Kasten kommt nicht von ungefähr. "Ich habe ein paar Jahre in Hecklingen als Stürmer gespielt."

Neben Rach verstärkte auch Stefan-Victor Fecara die Reserve auf dem Rasen. Der Rumäne ist ein Neuzugang und wird in der neuen Saison in der ersten Mannschaft der Bodenstädter auf der Kreismitte für frischen Wind sorgen. "Stefan ist noch neu in Deutschland und damit er schnell den Anschluss an den Verein findet, haben wir ihn mit zu diesem Testspiel genommen", erklärte Kutzer.

Das 2:0 erzielte Thomas Jesse, der auch im Handball für die Tore sorgt. Hier erfolgte zunächst ein Angriff über rechts von Tino Korin. Dieser passte auf Florian Panzer, der wiederum an Jesse abgab. "Man muss aber dennoch sagen, dass Neundorf technisch die bessere Mannschaft war", erkannte Kutzer an. "Sie waren vier sicherer in der Ballannahme. Wir waren dagegen läuferisch stärker" Dass es mit der Technik haperte, bewies das 2:1. Dies erfolgte nämlich per Eigentor. Matthias Loose war der Unglücksrabe. "Er wollte einen Torschuss des Gegners per Kopf klären, aber der Ball landete im Tor."

Die Rot-Weissen waren dennoch die Sieger an diesem Tag. Kutzer musste allerdings keine Angst haben, dass seine Schützlinge nun Blut geleckt hatten und sich dem Fußball widmen wollen. "Es sind dann doch Handballer aus Leidenschaft", betonte der Coach.

Dennoch hat der HVS II Gefallen an dieser Art der Vorbereitung gefunden. "Wir haben ein weitere Testspiel in Hecklingen vor", verriet Kutzer. "Ein Termin steht aber noch nicht fest." Obwohl er selbst auf dem Rasen agierte, hatte er Zeit, die Spielweise seiner Schützlinge zu beobachten. "Es war interessant, dass jene, die im Handball keinen Zweikampf scheuen, mit einigem Respekt in die Duelle gegangen sind. Sie haben oft abgewartet, ob nicht ein anderer zum Ball geht."

Auch auf den Positionen gab es einige Veränderungen. "Wir haben nicht automatische diejenigen, die bei uns in der Defensive arbeiten auch in Abwehr gestellt. Es war alles mehr oder weniger ein Versuch, aber er hat letztlich zum Erfolg geführt."

HV Rot-Weiss Staßfurt: Engelhard - T. Jesse, A. Jesse, Korin, Panzer, Kutzer, A. Stein, J.Stein, Rach, Loose, Fecara

Tore: 0:1 Mario Kutzer, 0:2 Thomas Jesse, 1:2 Matthias Loose (ET)