Hötensleben (chj) l Wenigstens einen Punkt wollten die Fußballer der ZLG Atzendorf trotz der ungünstigen Vorzeichen zum Saisonauftakt der Landesklasse aus Hötensleben entführen. Doch es kam alles anders als erwartet, denn die Gastgeber setzten sich mit 3:0 (1:0) durch und vermasselten der ZLG damit den Start in die neue Saison.

Im Vorfeld wurde die Partie von Sonnabend auf Sonntag verlegt, da beide Teams Ausfälle zu verkraften hatten, die sich mit einem Tag Aufschub lichten sollten. Bei den Atzendorfern hätten am Sonnabend Tobias Sura und Sven Wolter gefehlt - und sie taten es auch gestern. So fuhr die ZLG lediglich mit zwölf Spielern nach Hötensleben.

ZLG-Trainer Steffen Grohe war sich darüber im Klaren, dass die Gastgeber über temposcharfe Akteure verfügen und wollte mit einem Fünfer-Mittelfeld vor allem Tobias Kittel aus der Partie nehmen. Die Zuspiele sollten verhindert werden. "Es ist uns nicht gelungen, die schnellen Gegner zu kontrollieren, vor allem auf der rechten Seite", erklärte Grohe.

Sascha Eisenträger bügelt seinen Fehler wieder aus

Doch der frühe Rückstand resultierte nicht etwa aus läuferischen Defiziten. Ein Torwartfehler von Sascha Eisenträger hatte den Rückstand nach nur fünf Minuten zur Folge. Er signalisierte mit einem "Leo"-Ruf, dass er einen Freistoß abfangen wollte, bekam den Ball jedoch nicht zu fassen. Der Kopfball von Marian Deicke war nur noch Formsache. Bis auf diesen Fehler war Eisenträger einer der stärksten. "Er hat einige Riesendinger abgewehrt und kurz vor Schluss einen Ball aus dem Winkel geholt", lobte der Coach seinen Schützling, der trotz Knieproblemen auflief.

Der Rückstand warf die Atzendorfer jedoch nicht aus dem Konzept. "Wir wussten, dass Hötensleben zu Beginn ein Feuerwerk abbrennen wird", sagte Grohe. Zwar blieben die Gastgeber das spielbestimmende Team, doch die ZLG gab sich nicht auf. "Wir sind gut in die Partie gekommen."

Zum Unmut der Gäste wurde ein Strafstoß nicht gegeben, nachdem Hötenslebens Keeper Steven Koch Atzendorfs Steve Strobusch klar festhielt. Dies gab Koch nach der Partie gegenüber Grohe sogar zu, doch Schiedsrichter David Kawitzke sah die Situation anders. Kawitzke und seine Assistenten standen noch ein weiteres Mal im Fokus, nachdem sie einen Treffer der ZLG aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung von Strobusch nicht werteten. Grohe war alles andere als zufrieden mit den Unparteiischen. "Ich verstehe die Kartenverteilung nicht. Es wurde auf beiden Seiten mit Körpereinsatz und taktischen Fouls gespielt. Aber nur wir wurden bestraft."

Grohe spricht Stefan und Christian Rock Extralob aus

In der 65. Minute fiel der zweite Hötenslebener Treffer. Erneut ging ein Standard voraus. In der Folge schöpften die Gastgeber ihr Wechselkontingent voll aus - ein Luxus, den sich die ZLG nicht leisten konnte. Neben der fehlenden Luft kam kurz vor Ende auch noch ein Platzverweis hinzu. Daniel Ebeling sah seine zweite Gelbe und fehlte in der Folge als linker Verteidiger. Dies nutzte Kittel, der das 3:0 einleitete. Grohe erkannte Kittels Leistung an: "Das war vom Feinsten."

Auf der eigenen Seite hob der Coach die Rock-Brüder Stefan und Christian hervor. "Was die beiden defensiv geleistet haben, war vom allerfeinsten. Ohne sie wäre es deutlicher geworden."

ZLG Atzendorf: Eisenträger - Maier, C. Rock, Kutz, Spangenberg, Faatz, S. Rock, Wullstein, Ebeling, Gehrke (56. Siebert), Strobusch

Torfolge: 1:0 Marian Deicke (5.), 2:0 Stefan Ringling (65.), 3:0 Michael Peine (90+2); Gelb-Rot: Daniel Ebeling (87., Atzendorf); SR: D. Kawitzke