Sechs Leichtathleten der Gaensefurther Sportbewegung sowie Ina Schöler von der ZLG Atzendorf nahmen am 8. Ottonenlauf teil und überquerten trotz Hitze die Ziellinie im Quedlinburger Stadion - und das mit gleich drei Podestplätzen.

Meisdorf (sbö/chj) l "Die Dusche danach" ist für viele Volksläufer das Allerbeste am Wettkampf überhaupt. Neben Dreck und Schweiß fällt auch alle Anspannung ab und die Freude über das Bewältigte signalisiert der Psyche grenzenlose Zufriedenheit.

Bereits in der Parkanlage des Meisdorfer Schlosses suchten sich die über 80 Teilnehmer ein schattiges Plätzchen für ihre Wettkampfvorbereitungen. Mit dem Startschuss ging es dann direkt am Frühstücksbuffet der Hotelgäste vorbei. Den Duft der frisch gebackenen Brötchen registrierten die Läufer durchaus. Als Marschverpflegung für den 24,5 Kilometer langen Crosslauf durch die Harzer Wälder wurde dieser "Verpflegungsstand" aber besser ignoriert. Die ersten Anhöhen zum Selketal-Stieg verliefen mühsam und die tropischen Temperaturen mahnten zu einem dosierten Tempo.

Dirk Meier legt Schlussspurt hin und wird Siebter

Von den sechs Gaensefurther Startern puschten sich Dirk Meier, Jens-Uwe Börner und Christian Anders gegenseitig, bis Meier drei Kilometer vor dem Ziel seinen Turbo startete und den beiden Vereinskollegen noch drei Minuten abnahm. Restlos zufrieden war Meier am Ende nicht, hatte die Hitze doch zu viele Körner gekostet.

Auch Ina Schöler von der ZLG Atzendorf quälte sich sehr. Für den Wanderpokal reichte es in diesem Jahr nicht, denn Luisa Merkels (NSV Wernigerode) Zielzeit von 01:46:16 Stunden war einfach nicht zu toppen. Den Sieg in ihrer Altersklasse ließ sich Schöler aber nicht nehmen und als Gesamtzweite der Frauen trat sie mehr als zufrieden den Heimweg an.

Drei weitere Starterinnen der Gaensefurther Sportbewegung nutzten den Ottonenlauf als erste lange Trainingseinheit für einen anstehenden Herbstmarathon. "Ein gutes, gleichmäßiges Tempo habt ihr Frauen immer", resümierte Ronald Kijok vom SV Concordia Nachterstedt und passte seinen Schritt den Bode-Runners an. Auch die Nordhessin Antje Hollstein reihte sich mit ein. Sie war mit der ganzen Familie angereist und belief auf diese Art und Weise die landschaftlich reizvolle Harzregion.

Nach der Verpflegungsstelle am Osterteich trennten sich die Wege dann wieder. Petra Becker kam am besten mit den Bedingungen klar. Für jede Bergerklimmung belohnte sie sich mit einem kleinen "Leckerli" aus ihrem Laufgürtel. Auch die Hitze konnte dem Blondschopf unter dem weißen Käppi nicht wirklich etwas anhaben.

Jubelschrei nach 345 zehrenden Höhenmetern

Sylvia Köhn und Sabine Börner stöhnten sich die Berge gemeinsam rauf. Nach 345 erreichten Höhenmetern und einem lauten Jubelschrei am Hagentalblick ließen es die beiden hinab nach Bad Suderode locker austrudeln. Nun standen nur noch sechs heiße Kilometer an, die dank ausreichender Verpflegungspunkte gut absolviert wurden.

Die Eindrücke vom Zieleinlauf im Quedlinburger Stadion hielten noch an, da klatschte auch Kijok zufrieden ab. Sein grünes Finisher-Shirt, welches er sich extra für seine Ottonenläufe angeschafft hat, wird demnächst um einen weiteren Aufdruck ergänzt werden müssen. Unter respektvollem Beifall liefen die Sportler der Marathon- oder Ultradistanz über 69 Bergkilometer von Stiege bis nach Quedlinburg ein - ein Projekt, dass die Gaensefurther für die kommende Saison im Auge behalten wollen.

 

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