Staßfurt (chj) l Nach der Saison ist vor der Saison, dies gilt insbesondere für den HV Rot-Weiss Staßfurt II. Denn das Team stieg in der vergangenen Spielzeit aus der Sachsen-Anhalt-Liga ab und startet in der neuen entsprechend in der Handball-Verbandsliga. Dabei hat Trainer Mario Kutzer einige Probleme zu bewältigen. Zum einen haben gleich vier Akteure das Team verlassen, zum anderen ist die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitungsphase nicht die wünschenswerteste.

Gerade einmal fünf Staßfurter sind zum Training erschienen - "der harte Kern", wie Kutzer die kleine Gruppe bezeichnet. Auf dem Programm stehen Laufeinheiten, die scheinbar nicht sehr beliebt sind. "Einige arbeiten in Schichten und können deswegen nicht zum Training. Andere sind der Meinung, dass sie keine Vorbereitung brauchen. Das werden wir dann ja sehen, wenn die Saison losgeht", sagte Kutzer.

Die Trainingsmüdigkeit läge aber nicht am jungen Alter des Coaches oder etwa daran, dass er in der vergangenen Saison noch selbst für den HVS II auflief und zu wenig Respekt hervorrufe. "Ich kann keinen zwingen. Aber das ist die Zweite, hier bekommt niemand Geld. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie nicht für mich trainieren, sondern für sich selbst."

So sieht sich Kutzer zu ungewöhnlichen Mitteln gezwungen. Einige Einheiten werden mit geselligen Sitzungen abgerundet, was die Spieler anlocken soll. Oder es werden Fußballspiele absolviert. So gastiert das Team am Sonnabend um 15 Uhr bei Kreis- ligist Sankt Georg Hecklingen. "Läuferisch hat dieser Test auch Vorteile", kann Trainer Kutzer dieser Einheit durchaus Nützliches abgewinnen. Handball wird aber auch gespielt. So steht am 26. August das Günter Schmidt-Gedächtnisturnier in Egeln auf dem Plan, sowie am 29. August ein Test gegen Lok Schönebeck und einen Tag später gegen die Reserve von Germania Borne. Auch das Training soll ballspezifischer werden.

Personell ist beim HVS II noch nicht alles geklärt. Martin Dittmar und Kevin Engelhardt wechselten vorerst in die erste Mannschaft. Hinter Lukas Bönecke steht ein großes Fragezeichen. Marco Richter hat aus familiären Gründen die Karriere beendet. Zugänge gibt es keine. Die Zeiten, in denen Kutzer sogar auf Spieler verzichten musste, da nicht alle auf das Protokoll passten, sind also vorbei. Dennoch peilt der Coach einen Platz im Mittelfeld an.