Staßfurt (chj) l Nach dem glücklosen Landesklasse-Auftakt mit einer 0:2-Niederlage gegen Wulferstedt waren die Fußballer des SV 09 Staßfurt gegen Aufsteiger SV Darlingerode/Drübeck um Wiedergutmachung bemüht. Dies gelang ihnen jedoch nur bedingt. Zwar bekamen die Zuschauer im Stadion der Einheit satte acht Treffer zu sehen, vier davon erzielten jedoch die Gäste. Und vor allem der erste Durchgang mit dem 1:3-Rückstand dürfte wenig versöhnlich gewesen sein. Doch am Ende starteten die Bodestädter eine Aufholjagd und ergatterten sich beim 4:4 immerhin einen Punkt.

Mit der ersten Halbzeit war in Staßfurt niemand zufrieden. Beide Teams kannten sich nicht, sodass die erste Viertelstunde dem Beschnuppern galt. Bis auf einige Eckbälle kam wenig zustande.

Der SV 09 leistete sich zu viele Fehler, Aktionen wirkten nicht wie aus einem Guss. Darlingerode agierte abwartend, bezog lieber Schlussmann Daniel Gülzow mit ein, als den Ball im Vorwärtsgang zu verlieren. Wenn es aber mal nach vorn ging, wurde es gefährlich. So auch in der 22. Minute, als ein langer Ball den Lauf von Vincent Türk erreichte, der wiederum Alexander Preiß bediente - 1:0.

In der Folge sah sich die Staßfurter Bank zum Handeln gezwungen. Julian Schmidt musste nach 24 Minuten den Rasen verlassen. Für ihn kam Jens Feilenhauer. Schmidt schaute ungläubig. "Das war ein taktischer Wechsel", erklärte Co-Trainer Axel Quednow. "Natürlich war es bitter für Jens. Aber es geht nicht um einzelne Befindlichkeiten. Er ist ein Teamplayer und hat es akzeptiert." Feilenhauer sollte die rechte Außenbahn beleben.

Zunächst schienen die Umstellungen zu fruchten. So erzielte Andy Klemmer, der mangels Alternativen aus der Reserve berufen wurde, den Ausgleich. Doch noch vor der Pause legten die Gäste zwei Treffer nach und sorgten für lange Gesichter bei den Gastgebern. "Die erste Halbzeit hatte mit Fußball nichts zu tun. Das war das schlechteste Spiel von uns, das ich je gesehen hat", kritisierte Quednow. "Natürlich gibt es schlechte Tage. Aber das war eine traurige Vorstellung. Es fehlte bei vielen die Körpersprache."

Nach dem Seitenwechsel lief es bei den Gastgebern besser. Sie entwickelten mehr Biss, "ohne jedoch zwingend zu werden". Zwingend wurde stattdessen die Gäste, per Konter zum 4:1, was Quednow "noch Bittereres erahnen ließ".

Trotz der komfortablen Führung ließ sich Darlingerodes Hagen Riemann zu einer Tätlichkeit an Jens Feilenhauer verleiten und wurde dafür mit Rot bestraft. "Damit tat der Gegner uns einen Riesengefallen", sagte Quednow. Denn beim Aufsteiger riss der Faden und der SV 09 kämpfte sich zurück in die Partie. Ein von Mario Hosenthien verwandelter Strafstoß strahlte Signalwirkungen aus. Drei Minuten später belohnte Klemmer seinen starken Auftritt mit dem 3:4-Anschlusstreffer.

Feilenhauer war es schließlich, der den 4:4-Endstand herstellte und so für etwas weicherer Töne bei seinem Trainer sorgte: "Das Team hat unwahrscheinlich gekämpft und wurde immer bissiger. Am Ende war es allerdings ein glücklicher Punktgewinn. Hoffentlich hat die Mannschaft viel gelernt und kann etwas Positives mitnehmen."

SV 09 Staßfurt: Michalak - Hosenthien, Hartmann, Schmidt (24. Feilenhauer), Siegel, Klemmer, Gurn, Stachowski, Horstmann, Mähnert, Härtge (P. Limpächer 59.)

Tore: 0:1 Alexander Preiß (22.), 1:1 Andy Klemmer (29.), 1:2 Vincent Türk (35.), 1:3 Alexander Preiß (45.), 1:4 Johannes Rehse (63.), 2:4 Mario Hosenthien (FE, 79.), 3:4 Andy Klemmer (82.), 4:4 Jens Feilenhauer (89.); Rot: Hagen Riemann (Tätlichkeit, 72., Darlingerode); Gelb-Rot: Franz Dierks (90., Darlingerode); SR: Marcel Kautz