Nach der tabellarischen Berg- und Talfahrt in der vergangenen Landesliga-Saison waren die Fußballer des SV Förderstedt um Konstanz bemüht. Doch die 0:4 (0:1)-Pleite gegen den Burger BC weckte bereits böse Erinnerungen, da beim SVF auf den soliden Derbysieg der Vorwoche ein Spiel zum Vergessen folgte.

Förderstedt l Beim 2:0-Erfolg über die TSG Calbe glänzte vor allem die Förderstedter Defensive mit Stabilität. Diese wollte Lothar Lampe aus dem Trainergespann mit Jens Liensdorf auf gar keinen Fall verlieren. Doch durch mehrere Ausfälle war er zu drei Veränderungen in der Aufstellung gezwungen, was der Abwehr scheinbar nicht gut tat - insbesondere im zweiten Durchgang. Denn im ersten war die Welt noch in Ordnung. Zwar deutete sich bereits eine Burger Überlegenheit an, doch der SVF hielt dagegen. "Wir haben uns ein oder zwei Chancen erarbeitet".

Sein Gegenüber, Thomas Sauer, sah es ähnlich. "Die Förderstedter kamen zwei- oder dreimal gefährlich vor unseren Strafraum. Aber unsere Abwehr stand sehr stabil und ließ nichts Zwingendes zu." Die umformierte BBC-Viererkette mit drei Neuzugängen ließ den Gastgebern wenig Raum für Kombinationen. Im Gang nach vorn haperte es bei Sauers Elf jedoch noch ein wenig. Konter wurden nicht konsequent zu Ende gebracht. So waren die Gäste zwar optisch überlegen, allerdings nicht drückend. Und wie es im Fußball so ist, fallen Tore nach Standards, wenn spielerisch nicht allzu viel geht. Kevin Schulz brachte seine Burger nach 20 Minuten in Führung. Er verwertete einen kurz ausgeführten Freistoß nach zwei Stationen. Der Treffer war kein Zufall, genau diese Variante wollte Sauer sehen. "Wir wussten um die großgewachsenen Förderstedter Verteidiger und dass hohe Bälle wenig bringen würden. Wir haben das vorher durchgesprochen."

Nach dem Seitenwechsel betraten zwar 22 Spieler den Rasen, richtig angekommen wirkten jedoch nur elf. "In der Kabine waren die Jungs noch zuversichtlich", sagte Lampe. Davon war nicht viel zu sehen, der angestrebte Vorwärtsgang wirkte eher wie ein Getriebeschaden. Die Verteidigung, die zunächst sicher stand, beförderte die eroberten Bälle immer wieder kopflos nach vorn, meist ohne Abnehmer. Pässe über mehrere Stationen waren nur bei den Burgern zu sehen, deren Überlegenheit nun zunehmend wuchs. "Die zweite Hälfte war schon ordentlich", lobte Sauer. "Wir haben noch weniger zugelassen." Bis auf einen Kopfball von Lucas Dübecke nach einer Ecke von Christian Lattorf fand kein Ball den Weg auf das gegnerische Tor.

Allmählich kam auch die Burger Offensive ins Rollen. Vor allem mit Kontern überrumpelten die Gäste den SVF ein ums andere Mal. "Die kurzen Pässe in die Spitze funktionierten nun", konstatierte Sauer. Hinzu kam dann auch noch Treffsicherheit. Spätestens nachdem Alexander Siemke und Tim Kolzenburg binnen drei Minuten zum 3:0 erhöhten, fand Förderstedt nicht mehr statt. So gut wie jeder lange Ball kam postwendend wieder gefährlich zurück. So auch in der 70. Minute, als Burgs Jonas Fischer gefährlich auf den Förderstedter Strafraum zulief und von Denis Herrler ungestüm von hinten zu Fall gebracht wurde - Rot. "Wenn man 0:3 hinten liegt, muss man nicht mehr so in den Zweikampf gehen", haderte Lampe.

Zur deutlichen Unterlegenheit der Gastgeber kam nun auch noch die Unterzahl. Burg hingegen behielt seine Linie bei, traf durch Martin Krüger zum 4:0 und blieb bis zum Schluss weiter gefährlich. SVF-Torhüter Maik Binnebößel konnte den Zuschauern leid tun, denn er hatte am wenigsten Schuld an den Gegentreffern und war dafür verantwortlich, dass es bei "nur" vier Burger Treffern blieb.

"Wir sind auf einen Gegner gestoßen, der uns in allen Belangen überlegen war und auch in der Höhe verdient gewonnen hat", erklärte Lampe. "Die Leistung war nicht mit der aus Calbe vergleichbar. Vielleicht waren wir übermotiviert." Zu den langen Bällen meinte der Coach: "So spielt man heutzutage keinen Fußball mehr."

Ganz andere Töne gibt es von Burger Seite. Durchweg zufrieden mit seiner jungen Elf blickt Sauer aber schon voraus. "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Jeden Sieg will hart erkämpft werden und es wird auch noch schwierigere Wochen geben."

SV Förderstedt: Binnebößel - Conrad (46. Lattorf), Tappenbeck, Müller, Marcus Janich (72. Siebert), Abram (72. Früchtel), Dübecke, Strobach, Stille, Buschke, Herrler

Burger BC: S. Krüger - M. Krüger, Siemke (77. H. Schäfer), Müller, Schulz, Schaarschmidt, Zimmer, Kolzenburg (66. Fischer), Saager (66. Plünnecke), B. Schäfer, Schock

Tore: 0:1 Kevin Schulz (20.), 0:2 Alexander Siemke (62.), 0:23 Tim Kolzenburg (65.), 0:4 Martin Krüger (76.); Rot: Denis Herrler (70., Notbremse, Förderstedt); SR: Thomas Thrun