Hermsdorf (sam). Eike Rach wurde am Sonnabend durch die Gästefans des SV Hermsdorf mit zwei Trommelschlägen begrüßt und das nicht ohne Grund. Der Rechtsaußen des Mitteldeutschen Handball-Oberligisten HV Rot-Weiss Staßfurt kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück. Er hatte sich nämlich von 2004 bis 2006 das Trikot der Thüringer übergestreift. Die Begrüßung mit den ehemaligen Teamkollegen fiel daher herzlich aus. Auf dem Parkett ruhte dann die Freundschaft zumindest für 60 Minuten. Während die Hermsdorfer im Hinspiel einen knappen 28:27-Auswärtssieg in der Merkewitz-Halle in Staßfurt feierten, drehten die Bodestädter im Rückspiel den Spieß um und kämpften sich zu einem 25:24-Erfolg. "Jetzt sind wir quitt", sagte der 28-Jährige mit einem spitzbübischen Lächeln im Gesicht.

Sein Lächeln war auch während des Spiels zu sehen, vor allem immer dann, wenn die Rot-Weissen den Ausgleich oder sogar die Führung markierten. In dieser sehr ausgeglichenen Partie gab es einige von diesen Situationen. Selbst erzielte er zwar nur einen Treffer, doch dieser gab ihm weiterhin Selbstvertrauen auch für die kommenden Begegnungen.

Die Schlussphase war dann allerdings nichts für schwache Nerven. "Wir haben die Nerven behalten und sind am Gastgeber dran geblieben", wusste Rach. Auch als Aufbauspieler Christian Lingk aufgrund eines Foulspiels an Marcus Parybyk in der 54. Minute die rote Karte sah. So gelang in Unterzahl sogar die Führung durch Sebastian Retting zum 22:21. Die Antwort des Gastgers ließ nicht lange auf sich warten. Die letzten 60 Sekunden, die Gäste führten mit 25:24, wurden schier zur Ewigkeit, doch die Staßfurter retteten ihren zweiten Auswärtserfolg über die Zeit. Danach fiel die ganze Anspannung ab, der Jubelkreis wurde gebildet und anschließend mit dem Anhang gefeiert. "Wir haben gekämpft und uns nicht aufgegeben", freute sich Rach. Dieser Kampfgeist mit dem zusätzlichen "achten Mann" im Rücken führten die Staßfurter wohl auf die Siegerstraße. Für Rach war es "ein schönes Gefühl" an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren und noch zusätzlich "zwei Punkte mitzunehmen".

Für die Bodestädter, die sich mitten im Abstiegskampf befinden, waren die zwei Zähler, nach drei Niederlagen in Folge, wie Balsam auf die Seele. Somit rückte das Team von Trainer Reiner Baumgart vom elften auf den zehnten Tabellenplatz vor. Es profitierte dabei auch von der Niederlage des LSV Ziegelheim, die beim HSV Bad Blankenburg mit 28:33 unterlagen und somit auf den zwölften Rang abrutschten.