Die Fußballer des SV Wolmirsleben II verpassten der ZLG Atzendorf in der 1. Runde des Salzland-pokals ein blaues Auge. Am Ende reichte es bei der 3:4 (2:1)-Niederlage zwar nicht, stolz waren die Gastgeber dennoch.

Wolmirsleben l Kurz vor Anpfiff sprach SVW II-Coach Karl-Heinz Ulrich noch davon, ein achtbares Ergebnis mit weniger als fünf Gegentoren zu erzielen. Knapp 20 Minuten waren gespielt, da korrigierte er das ausgegebene Ziel mit Augenzwinkern: "Weniger als fünf Gegentore meinte ich natürlich." In den 20 Minuten erzielte seine Elf bereits zwei Treffer. Karsten Schmidt nutzte einen Tiefschlaf der Atzendorfer Abwehr zur Führung, Andy Zeidler verwertete einen sehenswerten Laufpass zum 2:0. Zwei weitere Treffer wurden aufgrund vermeintlicher Abseitsstellungen aberkannt.

Damit stellten die Gastgeber den Verlauf ein wenig auf den Kopf. Denn die ZLG war es, die der Partie den Stempel aufdrückte. In dieser Phase entpuppte sich Andreas Heller als sichere Bank bei den Wolmirslebenern. Der Torhüter vereitelte gleich mehrere Großchancen. Am sehenswertesten war seine Parade nach einem Freistoß von Stefan Rock. Er tauchte unten links ab, was ZLG-Coach Steffen Grohe so gar nicht passte. "Es kann nicht sein, dass wir den Torhüter berühmt schießen. Wir hätten 3:0 führen können, dann wäre die Partie vermutlich durch gewesen." So fingen sich die Atzendorfer zwei Gegenangriffe, "zwei klassische Konter", wie Ulrich sie nannte.

Die Gäste, die als Landesklasse-Vertreter immerhin drei Ligen höher spielen als der SVW II, waren optisch überlegen, fanden jedoch kaum ein Mittel gegen die gegnerische Kompaktheit. "Wir haben uns ganz schön beeindrucken lassen", musste auch Grohe eingestehen. Die Wolmirslebener standen tief und wollten mit langen Bällen Nadelstiche setzen, was die ZLG unterbinden wollte. "Ich hatte im Vorfeld angesprochen, bei einem tiefstehenden Gegner bereits im Mittelfeld die Passwege zu kontrollieren." Die Taktik seines Gegenüber ging auf. "Wir wollten sehr defensiv stehen. Wären wir frühzeitig raufgegangen, hätte es uns nichts gebracht." Ulrich war die technische Überlegenheit der Gäste durchaus bewusst.

Nach 37 Minuten konnte Steve Strobusch den Atzendorfer Tor-Fluch dann doch beenden. Mit dem 1:2 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel war Ulrich zu einer Umstellung gezwungen. Verletzungsbedingt konnte Libero Torsten Wolf nicht weiterspielen, der seinen Coach bis dato überzeugte: "Er stand sicher wie eine Eins." Die Gäste übernahmen in der Folge das Zepter, netzten binnen zwölf Minuten dreimal ein. Darunter war ein Handelfmeter, den beide Seiten seltsam fanden. Schiedsrichter Ralf Wondratschek zeigte nach einer Brustabwehr von Florian Karasch auf den Punkt. Er klärte einen Schuss auf der Linie. Bei einer solchen Entscheidung, ob sie nun richtig oder falsch war, hätte es Rot geben müssen. Einen ebenso fragwürdigen Strafstoß gab es gegen Ende aber auch auf der anderen Seite, den Andre Salzmann jedoch verschoss.

Schmidts zweiter Treffer in der 72. Minute änderte nichts mehr am Ausgang, die Atzendorfer zogen mit einem 4:3-Erfolg und einem blauen Auge in die 2. Runde ein. Doch mit Blick auf den kommenden Spieltag in der Landesklasse hält sich die Freude in Grenzen. Grohe fragt sich, "wie ich angesichts der personellen Situation gegen Blankenburg bestehen soll". In die lange Liste der Verletzten reihte sich nun auch noch Stammkeeper Sascha Eisenträger ein, der am Meniskus operiert werden muss und mindestens vier Wochen ausfällt.

Auf der anderen Seite überwog trotz der Niederlage Stolz. "Wir sind total zufrieden mit dem Ergebnis, wir konnten es kaum fassen. Am Ende musste Atzendorf sogar zittern. Jeder Einzelne konnte erhobenen Hauptes den Platz verlassen", freute sich Ulrich. "Uns hat lediglich ein wenig Glück und die Abgebrühtheit gefehlt." Vor allem das Übergeben der Gegenspieler überzeugte den Coach. Die Niederlage bedeutet zwar das Aus im Salzlandpokal, als amtierender Titelverteidiger im Kreisklassen-Pokal ziehen die Wolmirslebener aber dort in Runde zwei ein.

SV Wolmirsleben II: Heller - Barbe,Tornedde, Kühn (61. Stahlhut), Selig, Müller (67. Karasch), Wolf (52. Bartl), Schmidt, Zeidler, Kneisel, Salzmann

ZLG Atzendorf: Hirschfeld - C. Rock, Maier, Faatz, Ebeling, Stange (72. Siebert), Wullstein, Gehrke (54. Kutz), S. Rock, Knoll, Strobusch

Tore: 1:0 Karsten Schmidt (17.), 2:0 Andy Zeidler (21.), 2:1 Steve Strobusch (37.), 2:2 Kay Faatz (56.), 2:3 Steve Strobusch (64.), 2:4 Stefan Rock (68., HE), 3:4 Karsten Schmidt (72.); SR: R. Wondratschek

 

Bilder