Die Fußballer des SV Förderstedt II lösten mit einem 7:0 (4:0)-Erfolg über den SC Seeland II das Ticket für die 2. Runde des Kreisklassen-Pokals. Das Ergebnis sieht deutlich aus, doch Stefan Dorow aus dem Trainergespann mit Swen John weiß, dass man es nicht überbewerten sollte.

Förderstedt l Die Gäste traten nicht in Bestbesetzung an, einige Leistungsträger fehlten. Am auffälligsten war dies auf der Torhüter-Position. Denn vor einem Freistoß der Förderstedter musste sich Maximilian Herrmann von seinen Teamkollegen erst einmal erklären lassen, wie man eine Mauer stellt. Zuvor gab er die Anweisungen aus der falschen Ecke des Tors. Auch Dorow blieb das nicht verborgen. "Wir haben es erst im Spiel erfahren und haben die Information gleich an die Spieler weitergegeben. Sie sollten auch mal aus der Distanz abziehen." Der Coach kam dennoch nicht um ein Lob des Seeländer "Keepers": "Für einen ungelernten Torwart hat er sich ordentlich verkauft und gute Schüsse abgewehrt. Unsere Treffer hätte auch ein Gelernter nicht gehalten."

Und Förderstedter Treffer gab es einige. Bereits in der dritten Minute eröffnete Marc Burdack den Torreigen. Neben Christian Lattorf und Chris Ingler verstärkte der Landesligist die Zweite. "Auf Wunsch der Ersten haben sie bei uns mitgespielt. Sie sollten Praxis beibehalten", erklärte Dorow. Er lobte die Kommunikation zwischen den Trainergespännen beider Teams, von der beide Seiten profitieren würden.

Kurz nach dem ersten Treffer legten Martin Gruszka (11.) und Ingler (29.) nach. In der 34. Minute sorgte Vereinspräsident Thomas Conrad per Strafstoß endgültig für klare Verhältnisse. So deutlich es zur Pause auch war, einige Schwierigkeiten zogen beim Gastgeber dennoch ein. "Bereits nach dem 3:0 hatten wir Probleme. Seeland hat sich gut verkauft", sagte Dorow. Die Gäste erarbeiteten sich immer wieder Chancen, standen einige Male sogar allein vor Förderstedts Schlussmann Thomas Reer. Aber er hielt die Null fest. "Dem Gegner fehlte nur die Kaltschnäuzigkeit, die wir vor allem zu Beginn hatten."

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das Geschehen so fort. "Die Seeländer haben uns alles abverlangt", hieß es von der Förderstedter Bank. Dorow gestand aber auch ein, dass sein Team einen Gang zurückschaltete, was den Gästen in die Karten spielte. Es dauerte bis zur 73. Minute, bis der SVF II zur Abgebrühtheit der Anfangsminuten fand. Die Treffer von Marcel Sündermann (73.), Silvio Franzelius (86.) und Ingler (87.) besiegelten letztlich das deutliche Ergebnis, das in der Deutlichkeit jedoch nicht verdient war. "Wäre Seeland in Bestbesetzung angereist, hätte es ein enger Tanz werden können", urteilte der Förderstedter Coach.

Trotz der leisen Kritik sprach Dorow seinen Schützlingen lobende Worte aus. "Wir haben als Team funktioniert." Einige bekamen sogar besonders warme Worte. So glänzte Kapitän Nils Fischer "wie immer" mit eisernem Willen. Philipp Früchtel, Ingler und Burdack sorgten durch ihre Schnelligkeit für Probleme bei Seeland. Außerdem strahlte Gruszka im Sturmzentrum mit seiner Ballsicherheit und seinem Einsatz jederzeit Präsenz aus. "Nils Fischer, Martin Gruszka, Michael Häuser und Thomas Conrad waren einmal mehr die Eckpfeiler unserer Mannschaft", hob Dorow hervor. Er betonte jedoch, dass jeder Einzelne gegen starke Seeländer, "die definitiv nicht chancenlos waren", wichtig war.

Einen Wunschgegner für die nächste Runde im Kreisklassen-Pokal, die am 6. und 7. September ausgetragen wird, hat der Coach nicht. "Wir nehmen es, wie es kommt. Wir wollen so weit wie möglich kommen. Ein konkretes Ziel haben wir aber nicht. Das würde uns nur unter Druck setzen."

SV Förderstedt II: Reer - Häuser (57. Sündermann), T. Conrad, Franzelius, Lattorf, P. Witzel (78. S. Witzel), Gruszka, Fischer, Burdack (46. Siebert), Ingler, Früchtel

Tore: 1:0 Marc Burdack (3.), 2:0 Martin Gruszka (11.), 3:0 Chris Ingler (29.), 4:0 Thomas Conrad (34., FE), 5:0 Marcel Sündermann (73.), Silvio Franzelius (86.), 7:0 Chris Ingler (87.); SR: Frank Schinke (Askania Bernburg)

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