Nach kraftraubenden Trainingsauftakten ging es am Wochenende wieder direkt um Handball. Der SV Germania Borne richtete das traditionelle Günter Schmidt-Gedächtnisturnier in Wolmirsleben aus, an dem neben dem Sachsen-Anhalt-Ligisten auch die zweite Vertretung sowie Lok Schönebeck, der SV Langenweddingen und der HV Rot-Weiss Staßfurt II teilnahmen.

Wolmirsleben l Das Turnier versprach gleich in mehrfacher Hinsicht Brisanz. Denn mit Vereinen aus der unmittelbaren Umgebung schuf Borne bewusst eine Derby-Athmosphäre. Doch dabei stand nicht die Rivalität im Vordergrund. Viel mehr ging es darum, "Kontakte zu pflegen", wie Germania-Vorsitzende Denise Eckstein-Bunk erklärte. Mit Blick auf die zukünftige Nachwuchsarbeit sei die gegenseitige Unterstützung sehr wichtig.

Des Weiteren wechselten Jörg Friedrich und Falk Hohmann kürzlich von Borne nach Langenweddingen. Beide waren auch vor Ort, spielten jedoch nicht. Außerdem trafen mit Germanias Erster und der Staßfurter Reserve zwei Teams aufeinander, die sich in knapp drei Wochen im HVSA-Pokal wiedersehen werden. Trotz all der heiklen Vorzeichen wurde das Turnier genau das, was es auch werden sollte: ein fairer Wettkampf.

Guido Lahne aus Germanias erster Vertretung war mit dem vierten Platz nicht ganz zufrieden. "Wir befinden uns noch mitten in der Vorbereitung und in einer Findungsphase. Entsprechend gab es Höhen und Tiefen." Angesichts der beiden Abgänge muss vor allem am Aufbau gearbeitet werden, weswegen Neu-Trainer Jürgen Wartmann viel ausprobierte. "Der Spielbetrieb tut uns gut. So sehen wir, wo noch Nachholbedarf ist", erklärte Lahne.

Ganz besonders freute er sich darüber, wieder in Wolmirsleben aufzulaufen, wo künftig auch die Ligapartien ausgetragen werden. "Ich spiele seit 1994 Handball, die meiste Zeit davon im Wolmirslebener `Wohnzimmer`. Die ganze Mannschaft hofft, dass sich die Halle zum Hexenkessel entwickelt und wir dadurch den ein oder anderen Punkt hierbehalten können."

Ein Heimvorteil war aber insbesondere gegen Lok nicht erkennbar. In den ersten zehn Minuten traf die Germania gar nicht, in der zweiten Hälfte führte ein Siebenmeter zum einzigen Treffer. Lahne fasste die Partie kurz und knapp zusammen: "Das war ein Flop". Dafür präsentierte sich das Team gegen Langenweddingen kämpferisch, holte einen 1:6-Rückstand wieder auf und unterlag nur knapp. Zwar kam es zu keinem Aufeinandertreffen mit seinen alten Teamkameraden, interessant wäre es aber gewesen. "Die sportliche Sicht ist das eine, die persönliche das andere. Es wäre sicherlich komisch geworden, aber während eines Spiels schiebt man solche Gedanken beiseite."

Genau wie Lahne war auch der Staßfurter Trainer Mario Kutzer nicht vollends zufrieden. "Es war mehr drin." Damit spielte er insbesondere auf das Unentschieden gegen Borne II an. Er lobte die Gegner: "Sie haben Kampfgeist bewiesen". Der Coach zog wertvolle Schlüsse aus dem Turnier, die vor allem die rechte Seite betreffen. "Da müssen wir uns noch etwas einfallen lassen."

Die meisten Schlüsse konnte er jedoch aus der Langenweddingen-Niederlage ziehen. Der HVS II konnte dem Landesmeister innerhalb von 20 Minute immerhin 14 Tore einschenken. Und das, obwohl der Schwerpunkt auf der Defensive lag. "Ich habe die klare Anweisung gegeben, dass das Team sich auf die Deckung konzentrieren und auch keine Konter starten sollte." Es ging um die Spielkontrolle. Die Taktik ging auf. "Das war unser bestes Spiel", lobte Kutzer.

Sowohl Kutzer als auch Lahne warnten davor, aus dem direkten Aufeinandertreffen voreilige Schlüsse auf die Pokalpartie zu ziehen. Staßfurt setzte sich mit 12:10 durch. "Das ist nicht zu vergleichen", sagte Kutzer. Allein die kürzere Spieldauer verfälsche das Bild. Lahne sah das ähnlich, gab aber zu: "Wir sind gewarnt".

Die Germania-Vorsitzende Eckstein-Bunk zog ein positives Fazit: "Uns hat es gut gefallen und wir würden dieses Derbyturnier gern im kommenden Jahr wiederholen." Sie dankte auch ihre Vorstandskollegen für die gute Organisation, sowie den zahlreichen Sponsoren, die das Turnier erst möglich gemacht haben.

   

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