Der SV Förderstedt (10.) ist morgen ab 15 Uhr zu Gast beim SV Irxleben (11.). Doch die Partie der Fußball-Landesliga wirft seine Schatten voraus. Die Gäste plagen nicht nur arge Personalsorgen, sie treten auch ohne Lothar Lampe an. Er trat aus persönlichen Gründen als Trainer zurück.

Förderstedt/Irxleben l "Es war wie ein Schlag, als ich das gehört habe", erklärte Jens Liensdorf, der zusammen mit Lampe die Förderstedter Fäden zog. "Das ist eine sehr bedauerliche Entscheidung. Er hat den Verein lange begleitet und ihm sehr viel gegeben." Auch an Präsident Thomas Conrad ging Lampes Entscheidung nicht spurlos vorüber. "Wir werden ihm für seine Verdienste immer dankbar sein. Mir persönlich tut sein Rücktritt sehr leid. Er hat eine super Arbeit verrichtet und für den Fußball Vieles geopfert."

Der scheidende Trainer selbst hielt sich bedeckt und wünschte, die persönlichen Gründe zu respektieren. Dies tat auch die Mannschaft, doch Liensdorf sagte: "Wir waren sprachlos und mussten das erst einmal sacken lassen. Damit hatte niemand gerechnet." Conrad ließ indes durchklingen, dass der SV Förderstedt bereits die Planungen für ein Abschiedsspiel des 71-Jährigen aufgenommen hat. Im kommenden Sommer darf man auf "einen namhaften Gegner aus der Region" gespannt sein.

Der Rücktritt von Lampe hat auch Folgen für die Mannschaft. Bislang war Liensdorf nicht nur Partner im Trainergespann, er war auch selbst aktiv. Dies wird sich nun ändern. Wenn nicht gerade Personalnot herrscht - wie morgen gegen Irxleben - konzentriert er sich als Cheftrainer auf das Geschehen. Im Fall der Fälle, dass er selbst auflaufen muss, wird ihm Thomas Stümpel zur Seite stehen und die Zügel in die Hand nehmen. Stümpel war jahrelang Torhüter beim SV 09 Staßfurt und verfügt über Erfahrungen in der DDR-Liga. Die Option Spieler-Trainer kam für den SVF nicht in Frage. "Das funktioniert einfach nicht", erklärte Conrad. Der Betroffene selbst dazu: "Wir wollten eine klare Linie."

Trotz der turbulenten Tage in Förderstedt darf der Blick nach Irxleben nicht vergessen werden. "Wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren. Lothar hätte auch keine Talfahrt gewollt", sagte Liensdorf. Die abgelaufene Saison weckt jedoch keine guten Erinnerungen. Mit 1:4 und 0:4 hatte der SVF gleich doppelt das Nachsehen. Doch in Irxleben hat sich seither einiges getan. Der Kader wurde gänzlich umgekrempelt. 18 Spieler wanderten ab, davon allein 13 zum Verbandsligisten Oscherslebener SC. Conrad ist dennoch der Meinung, dass "der Kader in der Landesliga mithalten kann".

Trotz sechs Ausfällen soll Zählbares her. "Wir sind gewarnt und wissen, dass es schwer wird. Aber wir wollen drei Punkte", gab der Präsident die Marschroute vor. Es gehe vor allem darum, die "Schmach der Burg-Partie" abzuwenden. Conrad sprach von der schlechtesten Mannschaftsleistung, die er je von diesem Team sah. "Ich hoffe auf eine Trotzreaktion." Immer wieder zerschlugen lange Bälle den Spielfluss. Conrad fordert daher, "aus einer sicheren Abwehr heraus nach vorn zu kombinieren."

Es fehlen: Chris Ingler, Marcus Bolze, Marc Burdack (alle verletzt), Marco Janich (Arbeit), Maik Binnebößel (angeschlagen, fraglich), Denis Herrler (Rotsperre)

Vorsaison: 1:4, 0:4; SR: Michael Damke (SSV Gardelegen)

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