Die Fußballer der ZLG Atzendorf scheinen vom Pech verfolgt zu werden. Doch damit nicht genug, es kommt auch noch Unglück hinzu. Denn in der Landesklasse-Partie gegen den Blankenburger FV, die die ZLG mit 2:5 (2:1) verlor, fielen zwei Treffer nach fragwürdigen Entscheidungen des Unparteiischen.

Atzendorf l Es wurde der erwartet schwere Gang gegen einen technisch versierten Gegner. ZLG-Coach Steffen Grohe warnte seine Elf noch in der Kabine vor den präzisen Diagonalbällen der Blankenburger - verhindert werden konnten diese aber viel zu selten. Neun Ausfälle ließen die Gastgeber bereits vor dem Anpfiff zurückhaltend auf den 3. Spieltag schauen.

Doch trotz des neunfachen Handicaps begann die ZLG ordentlich. Nach knapp einer Viertelstunde trug Kay Faatz den Ball in den gegnerischen Strafraum und wurde nach einem abgeblockten Schussversuch von den Beinen geholt: Strafstoß. Andreas Spangenberg netzte sicher zur unerwarteten Führung ein.

Nachfolgend wurden die Zuschauer Zeuge einer Szene mit Seltenheitswert. Atzendorfs Keeper Christian Hirschfeld, der den verletzten Sascha Eisenträger vertrat, hielt den Ball für den Geschmack des Unparteiischen zu lang in der Hand und verursachte dadurch einen indirekten Freistoß innerhalb des Strafraums. Zwar brachte die Situation den Blankenburgern nichts ein, verdeutlichte aber dennoch, dass die Atzendorfer ohne Eisenträger ein Problem haben. Nur kurze Zeit später glich Marcus Schwarzenberg mit einem direkten Freistoß aus, der in die Torwart- ecke ging.

Allerdings hätte der Freistoß nach Grohes Ansicht gar nicht erst zustande kommen dürfen. Der reaktivierte Steffen Linsdorf schoss aus kürzester Distanz einen eigenen Spieler an den Arm. "Das war sehr ärgerlich", so der Coach. Doch die Atzendorfer ließen den Kopf nicht hängen. Kurz vor der Pause zog Tobias Sura ab, der Schuss wurde durch eine Grätsche abgefälscht und entwickelte sich zu einer unhaltbaren Bogenlampe, die die erneute Führung einbrachte. Mit dieser ging es in die Kabine.

Trotz des Vorsprungs hatte die ZLG noch 45 Minuten vor der Brust, was auch Grohe wusste: "Uns war klar, dass wir noch ein Gegentor kassieren würden. Uns war auch klar, dass es ganz schwer werden würde, noch einen nachzulegen. Aber die Hoffnung war da." Jedoch traten die Gäste nach dem Seitenwechsel energischer auf. Sie setzten nun immer häufiger auf Flanken und Diagonalbälle, die nicht verhindert wurden. Auch nach Standards waren sie gefährlich. Wie in der 57. Minute nach einer Ecke, bei der sowohl die Atzendorfer Hintermannschaft als auch der Schlussmann nicht gut aussahen. Erneut fühlte sich Grohe glücklos angesichts dieser Entscheidung: "Das war auf keinen Fall eine Ecke."

Ein Punkt war Blankenburg scheinbar nicht genug. Sie drückten. Aufgrund einer Abseitsstellung wurde ihnen der Führungstreffer zunächst verwehrt. Doch statt zu meckern, marschierten sie einfach weiter. Nach einem erneuten Diagonalball konnte die ZLG die Situation nicht bereinigen, sodass Robert Matznick einschob. Nur zwei Minuten später trat der Torschütze eine gute Ecke, die sich Hirschfeld selbst ins Gehäuse lenkte.

Atzendorf ließ sich nun immer tiefer fallen, was die Gäste eiskalt bestraften und noch das fünfte Tor erzielten. Es waren sogar noch weitere Chancen drin. "Nach dem 2:3 gingen die Köpfe runter und unsere Moral war gebrochen", bilanzierte Grohe. Auch die vielen Rufe von Routinier Linsdorf verhalten, sodass der Sieg des BFV unterm Strich in Ordnung ging.

Die Niederlage bedeutete den Atzendorfern jedoch weitaus mehr als nur drei verlorene Punkte. "Wir müssen das Problem lösen", fordert Grohe und meint damit die Torhüterposition. An Hirschfeld richtete er keinen Vorwurf, da es seine erste Partie in der Landesklasse war und er zudem aus Personalnot in der Reserve zum Keeper umgelernt wurde. "Mit Sascha hätten wir mindestens einen Punkt geholt", erklärte der Trainer. Er erwartet eine Reaktion. "Mittlerweile ist jeder im Verein über unsere Lage informiert." Zwar ist die Urlaubszeit weitestgehend vorbei, sodass sich die Situation marginal entspannt. Doch am kommenden Spieltag wird Hirschfeld fehlen. "Der einzige, der noch einigermaßen mit Torwarthandschuhen umgehen kann, ist Marcel Maier. Und der hat sich heute verletzt", so Grohe, der bereits die Herbstmonate herbeisehnt, wenn sich das Lazarett lichten dürfte und "alles wieder besser wird".

ZLG Atzendorf: Hirschfeld - Wolter, Maier (22. Brüggemann), Kutz (84. Loche), Wullstein, Faatz, Linsdorf, Spangenberg, Sura, Knoll, Strobusch (72. Gehrke)

Tore: 1:0 Andreas Spangenberg (FE, 14.), 1:1 Marcus Schwarzenberg (35.), 2:1 Tobias Sura (44.), 2:2 Philipp Brüser (57.), 2:3, 2:4 Robert Matznick (64., 66.), 2:5 Maik Effler (86.); SR: Andreas Zepter

 

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