Die Handballerinnen des HC Salzland 06 sicherten sich souverän den Sieg beim 17. Salzland-Cup. Mit vier Siegen aus vier Spielen ließen sie die Konkurrenten deutlich hinter sich. Doch auch die zweite Vertretung verkaufte sich mehr als achtbar.

Staßfurt l Zum Auftakt des Turniers standen sich die erste und die zweite Vertretung der Gastgeber gegenüber. Erwartungsgemäß setzten sich die Favoritinnen aus der 3. Liga gegen die Bezirksliga-Sieben durch - und das mit 24:5 deutlich. Trainer René Linkohr forderte gleich zu Beginn volle Leistung und gewährte keinen Bonus. "Keiner sollte sich zurückhalten oder taktieren. Wir wollten mit vielen Treffern richtig ins Turnier starten." Stefan Rähm, Trainer der Zweiten, hätte auch keinen Schongang der Favoriten gewollt. "Man muss immer 100 Prozent geben." Neidlos erkannte er an, dass es "ein Unterschied wie Tag und Nacht war", was bei drei Ligen Unterschied aber auch nicht verwunderlich sei.

6-0-Deckung bringt gewünschte Sicherheit

Gegen den BSV Magdeburg versuchte Linkohr es mit einer 5-1-Deckung, was sich jedoch nicht als Stärke der "Wildgänse" entpuppte. Die Landeshauptstädter ließen sich nicht abschütteln. Nach dem zwischenzeitlichen 8:8 stellte der Coach auf die 6-0-Variante um. "Dann wurde es standesgemäß", sagte Linkohr. Der HCS gewann mit 17:12. Gegen Niederndodeleben setzte sich der Lauf der Salzländerinnen fort. Obwohl das Team nur acht Gegentreffer kassierte, erachtete der Trainer die Deckung als "noch nicht ganz gefestigt". Dies lag aber zum Teil auch daran, dass Linkohr personell umstellte und probierte. Am Ende war der Sieg mit 17:8 jedoch ungefährdet.

Auch nach Wechseln keine Leistungsverluste

Im letzten Auftritt gegen den HV Chemnitz - einem Gegner, der laut Linkohr nicht leicht zu bespielen ist - ließ der HCS mit 15:6 ebenfalls nichts anbrennen. Zwar waren die Gegner allesamt aus der Mitteldeutschen Oberliga, dennoch zog der Coach wertvolle Schlüsse - vor allem positive. "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Wir haben uns souverän durchgesetzt." Auch wenn nicht alle Spielerinnen gleiche Einsatzzeiten bekamen, probierte Linkohr viel aus und kam zu dem Schluss, dass es "auch nach Wechseln keine Leistungsverluste gab". Allerdings müsse am Angriffsspiel noch gefeilt werden. An der Chancenverwertung muss bis zum Saisonstart am 7. September noch gearbeitet werden. Insgesamt sahen die Zuschauer aber eine konstante Leistung, sowohl offensiv als auch defensiv. Besonders Yvonne Sachse überzeugte vorn wie hinten und wurde dafür zur besten Spielerin gekürt - laut ihrem Trainer "vollkommen zurecht".

Da jede Partie über 30 Minuten ohne Auszeit ausgetragen wurde, konnte von der Außenlinie wenig eingegriffen werden. Mit 120 Minuten in den Knochen war das Turnier auch eine konditionelle Einheit nach sowieso schon "belastenden Wochen der Vorbereitung", wie der Trainer sie bezeichnete.

Zweite Vertretung erntet Lob für achtbare Leistung

Dem Coach des Drittligisten blieb auch nicht verborgen, dass sich die eigene Reserve achtbar schlug. "Das Team hat sich stetig weiterentwickelt und sich definitiv nicht spielerisch blamiert", lobte Linkohr. Auch Rähm war sehr zufrieden. "Es steckt viel Potenzial in den Mannschaft. Trotz zwei bis drei Ligen Unterschied haben wir uns gut verkauft."

Besonders zufrieden war er mit der Offensive, die "schöne Treffer erzielt hat". Doch im Angriff wurden auch der Klassenunterschied erkennbar. Rähm sah im technischen Bereich noch einige Baustellen. "Wir haben viele Konter nach eigenen Ballverlusten gefangen." Dennoch bleibt die Erkenntnis: "Aus Niederlagen lernt man." Ein Extralob bekam indes Theresa Hähnel, die am Vortag ihren 18. Geburtstag feierte und dennoch eine starke Leistung abrief.

   

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