Wulferstedt (chj) l Einen besseren Einstand hätte Atzendorfs Neuzugang Lukas Fiser im Tor der ZLG wohl kaum geben können. Mit einer Glanztat wenige Augenblicke vor dem Abpfiff fischte der 36-Jährige einen nahezu "Unhaltbaren" aus dem Dreiangel und hielt damit das 2:2 (0:2)-Unentschieden in der Fußball-Landesklasse bei der SG Germania Wulferstedt fest.

ZLG-Coach Steffen Grohe lernte seinen neuen Keeper erst am Spieltag kennen. Zusammen mit Abteilungsleiter Günter Döbbel und Kapitän Stefan Rock trafen sich die Atzendorfer eine halbe Stunde vor Abfahrt. Der Trainer hatte sofort einen guten Eindruck von Fiser. "Er kam gleich mit einem Lächeln an. Es passte sofort wie die Faust aufs Auge."

Grohes Tag hingegen begann nicht frohen Mutes. Aus dem ohnehin schon von zahlreichen Verletzungen geplagten Kader mussten Sven Wolter und Kay Faatz kurzfristig absagen. So reisten die Atzendorfer mit elf Spielern und einem Ersatzmann an. Bei dem Wechsler handelte es sich um Marcus Brüggemann, der eigentlich auch verletzt ist und sich "trotz seines Leidens immer wieder zur Verfügung stellt", wie Grohe lobte.

Die Atzendorfer wussten, dass es angesichts der personellen Lage ein schwerer Gang werden würde. Entsprechend holprig verlief auch der Start. "Wir kamen mit der Wucht der gegnerischen Angriffe nicht klar", erklärte Grohe. So konnte Wulferstedt bereits nach 13 Minuten in Führung gehen. Nach guter Vorarbeit von Stefan Rock hatte Steve Stobusch den Ausgleich auf dem Fuß, doch der Schuss verfehlt. Die direkte Antwort folgte mit dem 0:2.

Trotz des Rückstands behielt die ZLG den Kopf oben. "Wir waren auf die Situation vorbereitet", sagte Grohe. In der Kabine erinnerte er seine Schützlinge daran, dass sie in der Vergangenheit immer gut in Wulferstedt aussahen. Die Worte zeigten Wirkung. Die Gäste traten forscher auf. Außerdem übertrug sich die Sicherheit von Fiser auf den Rest des Teams. "Wir wurden mutiger und haben den Gegner unter Druck gesetzt." Schließlich erzielte Steve Strobusch den Anschlusstreffer und nur drei Minuten später glich Michael Gehrke aus. Beide Treffer bereitete Daniel Ebeling vor.

Die ZLG war nun auf Ergebnishaltung aus und musste noch zwei brenzlige Situationen überstehen. Nun schlug Fisers große Stunde. "Das war der Wahnsinn", freute sich Grohe. Auch das Zusammenspiel funktionierte, "als wäre er nie zuvor woanders aufgelaufen". So reiste er ab, wie er anreiste: Mit einem Lächeln im Gesicht.

ZLG Atzendorf: Fiser - C. Rock, Maier, Ebeling, Siebert (80. Brüggemann), Stange, Wullstein, Gehrke, S. Rock, Knoll, Strobusch

Tore: 1:0 Manuel Zabel (13.), 2:0 Christian Reimann (29.), 2:1 Steve Strobusch (73.), 2:2 Michael Gehrke (76.); SR: Daniel Kleist (Frose)