Vier Athleten der Gaensefurther Sportbewegung nahmen am 5. Bodfeldlauf in Königshütte teil. Alle vier konnten in ihrer jeweiligen Altersklasse einen Podestplatz ergattern, Renate Liedtke sogar die Goldmedaille.

Königshütte (sbö/chj) l Luisa Merkel vom Nordischen SkiVerein Wernigerode hat mit der deutschen Kanzlerin ebenso wenig gemein wie Angela Merkel mit der Lauferei. Trotzdem wird man beim Aufruf hellhörig und fragt sich, ob da vielleicht ein Verwandtschaftsverhältnis besteht? Aber Luisa Merkel bräuchte gar keine prominenten Ahnen, ist sie doch in der Laufszene durchaus bekannt. "Luisa, heute laufe ich mit dir! Heute laufe ich schnell und ganz ohne Fotoapparat", scherzte Jens-Uwe Börner und reihte sich in das Feld der 40 Starter über die 21-Kilometer-Distanz ein. Luisa schmunzelte, während Börner durchaus bis zur ersten Kurve mithalten konnte. Doch dann zog Merkel auch schon davon.

Der späte Start um 16.30 Uhr trieb voran, denn die 21 Kilometer wollten möglichst ohne Umwege und vor Einbruch der Dunkelheit absolviert werden. Durch die trübe Wetterlage war es im dichten Wald bereits schummerig und gerade bei den enormen Abwärtspassagen war höchste Konzentration erforderlich. Gefühlt ging es größtenteils bergauf, was den "Flachland-Bode-Runners" teilweise den Atem nahm. Dann wechselten zumindest Petra Becker und Sabine Börner in den schnellen Wanderschritt - ein kleiner Vorgeschmack für den am Wochenende anstehenden Brockenlauf. Renate Liedtke gab sich lieber gleich mit der Zehn-Kilometer-Distanz zufrieden.

Über herrliche Wald- und Wiesenwege war bald die Talsperre Königshütte erreicht. Dann ging es rasant bergab, bis den Läuferbeinen der nächste Anstieg zur Ruine Königsburg bevorstand. Es roch nach frisch geschnittenem Kiefernholz und übergroße Pilze grüßten vom Wegesrand. Am Verpflegungsstand nach 9,5 Kilometern trennten sich die Strecken und Liedtkes erster Platz in der Altersklasse W 60 war nur noch 500 Meter entfernt.

Für die Langdistanz ging es wieder auf 500 Höhenmeter - Schwerstarbeit durch matschige Wiesen und über kurvige, wurzelreiche Trampelpfade. Scheinbar war man hier den Wolken so nahe, dass es fein nieselte, was die Athleten aber angesichts ihrer Mühen eher angenehm fanden.

Der Wirtschaftsweg vor dem Stausee Mandelholz brachte weitere Erholung, bevor die Fähnchen an den Bäumen die Läufer wieder in den dichten Wald lotsten. Das Teilnehmerfeld hatte sich inzwischen weit auseinander gezogen, so dass man oft keine Läufer mehr vor sich sah. Der Stausee war umrundet und an der Kalten Bode ging es wieder zurück nach Königshütte.

Luisa Merkel finishte nach 1:37:35 Stunden und musste noch eine Viertelstunde auf Börner warten. Trotz allem war Börner sehr zufrieden und errang in der Altersklasse M 50 sogar den zweiten Platz. Die beiden Sportlerinnen der Gaensefurther folgten ebenso mit Rang zwei und drei.

Wahnsinnig glücklich über das warme Wasser einer Dusche waren bald alle sichtbaren Spuren des Crosslaufs beseitigt. "Sabine Börner zur Gesamtwertung Frauen", schallte es durch den großen Saal. Pitschnass und nur mit einem großen Handtuch versehen, nahm Börner die Medaille für den vierten Platz in der Gesamtwertung der Frauen entgegen.

Ergebnisse des 5. Bodfeldlaufs (Auszug, alle Gaensefurther Sportbewegung)

10 Kilometer

W 60: 1. Platz Renate Liedtke in 1:22:12 Stunden

21 Kilometer

W 45: 2. Sabine Börner in 2:16:23 Stunden; 3. Petra Becker in 2:36:06 Stunden

M 50: 2. Jens-Uwe Börner in 1:51:27 Stunden