Staßfurt l Carolin Beck wollte ihrer Teamkollegin und Weggefährtin vom HSV Haldensleben, Justine Schmitz, nun in nichts nachstehen. Schließlich war die 17-Jährige von Beginn an aufgeboten worden und präsentierte ihre Vielseitigkeit und Stärke. Nicht nur beim wichtigen Treffer zum 2:5 (9.), der die Aufholjagd einläutete und in der 8:7-Führung (18.) durch Stephanie Jäger gipfelte, offenbarte Schmitz ihre offensiven Qualitäten.

Auch in der Defensive war sie gegen die großgewachsenen Nele Reimer und Anna-Lena Plate gefordert. "Es war wichtig für das Team, dass wir in Führung gegangen sind", betonte Linkohr. Nach einem nervösen Beginn mit vielen Regel-Technik-Fehlern und dem 1:4-Rückstand nahm er früh eine Auszeit. "Wir haben uns dann neu geordnet und ins Spiel gekämpft." Bis zur Pause erarbeitete sich Salzland eine Vier-Tore-Führung.

Nach dem Wechsel wollte nun Beck ins Geschehen eingreifen, doch sie startete mit einem Ballverlust und einer Zeitstrafe - für viele Spielerinnen ein K.o.-Kriterium, mit dem sie nicht mehr in eine Partie finden. Doch es spricht für das Selbstvertrauen, das in der Vorbereitung, im Training und in der ersten Halbzeit im Team gewachsen ist, dass sie nicht aufgegeben, sondern weiter gebissen hat. So markierte sie in einer hektischen Phase mit Unterzahl und angezeigtem Zeitspiel aus dem Rückraum die 24:16-Führung (49.). Auch wenn es ihr einziger Treffer blieb - er war einer der wichtigsten. "Wir haben unseren Vorsprung in der zweiten Hälfte etwa gehalten. Leipzig hat nicht die Mittel gefunden, diesen entscheidend zu verkürzen", lobte der Coach.

Einen großen Anteil am Erfolg hatte auch Josephine Klauß, die mit ihren insgesamt 20 Paraden - darunter mehrere Freie - die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung gebracht hat. In der angespannten Schlussphase, als die Partie etwas ruppiger wurde und es viele Zeitstrafen auf beiden Seiten gab, verkürzten die Gäste dank ihrer 6-0-Defensive und mehreren Kontern zwar kontinuierlich. Doch Klauß hielt beispielsweise den 24:20-Vorsprung fest (55.) und krönte ihre Leistung kurz vor dem Ende mit den gehaltenen Würfen der ehemaligen Salzländerin Christin Conrad sowie der Linksaußen Joanna Rode.

Die junge Mannschaft vom HCL scheiterte an der guten Deckungsarbeit des HC Salzland und an den Fehlern. Zusätzlich zu den Paraden von Klauß brachten die Sachsen 27 Angriffe ohne Erfolg zuende - ein zu großer Wert, um den Gastgebern schließlich gefährlich zu werden.

Diese präsentierten vor allem im Positionsspiel eine bisher unbekannte Variabilität, waren sowohl über die Außen Caroline Rosiak und Victoria Göpel als auch über die Mitte durch die wendige Thea Schwarz, beziehungsweise Yvonne Sachse, Schmitz und Jäger aus dem Rückraum erfolgreich.

Zum Dauerbrenner avancierte Paula Farken, die praktisch die gesamten 60 Minuten auf dem Feld stand und dank guter Bewegung am Kreis von den Anspielen profitieren und vier Tore erzielen konnte, und die in der Defensive gegen Johanna Schierbock eine bravouröse Leistung abrief.

Kurzum: Der HC Salzland 06 hat an Variabilität gewonnen, die sicherlich noch ausbaufähig ist, die aber viel Geschmack auf die bevorstehende Saison bereitet. Das dürfte nicht nur für Carolin Beck gelten.

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (2), Beck (1), Rosiak (2), Schmidt (5/3), Retting, Geipel, Jäger (6/2), Farken (4), Sachse (2), Göpel (3), Sacher

HC Leipzig II: Detjen, Ihle - Uhlmann (2), Kathner (2), Ostwald (1), Loehnig, Kreibich, Conrad (3), Reimer (9/4), Plate, Schierbock (1), Rode (4)

Siebenmeter: Salzland 6/5 - Leipzig II 5/4; Zeitstrafen: Salzland 8 - Leipzig II 4; Rot: Thea Schwarz (3x2 Minuten, 58:20) -Salzland-