Das Ergebnis in der ersten Runde des HVSA-Pokals hat für den HV Staßfurt II und den SV Germania Borne unterschiedliche Konsequenzen. Während die 23:24-Niederlage für die Bodestädter ein regelrechter Warnschuss gewesen sein dürfte, schaut man in Borne nun mit Rückenwind in Richtung Auftakt in die Sachsen-Anhalt-Liga. Daran hatte ausgerechnet ein ehemaliger Staßfurter großen Anteil.

Staßfurt l Über Motivation musste Bastian Krautwald nun wirklich nicht nachdenken. Der Keeper des SV Germania war in der Jugend für die Rot-Weissen aktiv gewesen und wollte sich von seinen ehemaligen Teamgefährten nun nicht die Bälle um die Ohren werfen lassen. "Natürlich ist so ein Spiel etwas besonderes für mich. Natürlich war ich sehr motiviert", betonte er. Mit neun Paraden - darunter zwei Siebenmeter - allein in der zweiten Halbzeit war er maßgeblich daran beteiligt, dass den Gästen nach einem 14:20-Rückstand zunächst die 23:20-Führung und schließlich der Sieg gelang.

Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg. Nach einer 3:0-Führung war Borne in der Abwehr gegen den Staßfurter Rückraum mit Marian Spadt zu zögerlich, ließ Würfe und Anspiele an den Kreis recht einfach zu. Da die Germania daher oftmals zu spät am Mann war, setzte es mehrere Zeitstrafen, gleichbedeutend mit einer doppelten Unterzahl (23.). Folge waren der 5:5-Ausgleich der Gastgeber und schließlich die 14:10-Führung.

Nach dem Wechsel blieb dann - zur Überraschung der Staßfurter - Bornes bester Werfer Steffen Halfpap auf der Bank. "Damit hatten wir nicht gerechnet. Das hat uns etwas durcheinander gebracht", konstatierte Trainer Mario Kutzer. In Abwesenheit von Halfpap avancierte Thomas Hagemeyer zum Goalgetter, ihn bekam die Defensive des HVS im Rückraum kaum unter Kontrolle. "Wir haben nicht mehr so aggressiv verteidigt wie noch in der ersten Halbzeit. Obwohl ich angesprochen habe, dass wir die Arme nach oben nehmen, haben wir keinen Wurf entscheidend entschärfen können." Lediglich zum Ende der Partie kämpften sich seine Schützlinge dank einer 5-0-1-Defensive gegen Halfpap wieder heran. "Vielleicht hätte ich etwas früher auf diese Variante umstellen müssen, aber mir war das Risiko, im Mittelblockbereich zu sehr zu öffnen, zu groß", betonte Kutzer.

Die Unruhe setzte sich im Angriff fort, zu viele Ballverluste bestrafte Borne durch Gegenstöße. Sinnbildlich war der Konter mit der Chance zum 18:20-Anschlusstreffer, doch Staßfurt verlor den Ball (44.). Germania hingegen spielte sich in einen Rausch. Während Staßfurt etwa 15 Minuten ohne Tor blieb, ließ sich der Gast nicht einmal durch eine Rote Karte gegen Benjamin Prosowski, die er aufgrund eines "Abwinkens" erhalten hatte, aus der Bahn werfen. Gleich im Anschluss daran hielt Krautwald den ersten Siebenmeter und sein Team auf Kurs, den es bis zum Ende nicht mehr verließ.

Trotz der Niederlage schaut Kutzer optimistisch in Richtung Ligastart, wenn am kommenden Sonnabend die HG 85 Köthen II gegenübersteht. "Vielleicht ist es ein Warnschuss zur richtigen Zeit", hofft der Coach.

In Borne dagegen wünscht man sich einen positiven Effekt. Schließlich ist die erste Aufgabe in der Liga am Sonnabend bei der SG Seehausen nicht einfach zu lösen. Nach dem knappen Derbysieg dürfte aber nicht nur Keeper Bastian Krautwald über genügend Motivation verfügen, diese erfolgreich bewältigen zu wollen.