Nun beginnt für die Handballer wieder der Ernst des Ligabetriebs. Um die Eröffnung der neuen Saison auch gebührend zu würdigen, lud die TSG Calbe den ehemaligen Konkurrenten HV Rot-Weiss Staßfurt zu einem letzten Testspiel ein. Dieses endete letztlich mit einem 33:27 (17:13)-Sieg doch recht deutlich zugunsten der Gäste.

Calbe l Für beide Mannschaften ging es darum, am letzten Feinschliff zu arbeiten. Calbes Trainer Peter Weiß entdeckte allerdings noch ein ziemliches Loch in der "Calbenser Straße", an dem "wir auch weiterhin noch arbeiten müssen. Unser großes Manko war die Deckung."

Auf der anderen Seite hatte Staßfurts Co-Trainer Andreas Stops mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: Viele Ausfälle. Selbst Trainer Uwe Mäuer konnte nicht zum letzten Testspiel seiner Sieben anwesend sein.

Von argem Personalmangel merkte man bei den Bodestädtern allerdings wenig. Von der ersten Minute an zogen sie ein hohes Tempo auf, dem die TSG aber über weite Strecken auch folgen konnte. Dennoch war es bis zum Stand von 4:4 ein Katz-und-Maus-Spiel. Die Rot-Weissen legten vor, die Saalestädter zogen nach. Danach konnten sich die Gäste allerdings absetzen. Dies lag zum einen an der teilweise zu passiven Deckungsarbeit der TSG, zum anderen an den unkonzentrierten Abschlüssen der Gastgeber.

Die große Unruhe der Partie kam dann aber von einer Position, von der man eigentlich das genaue Gegenteil erwartet. Die Unparteiischen sorgten für einigen Unmut und auch einiges Unverständnis auf beiden Seiten. Und das, obwohl nur Staßfurt der Leidtragende war. Gleich zweimal gab es Rot - für Keeper Patrick Tuchen und Oliver Jacobi.

Als dann zehn Minuten später auch noch der zweite HVS-Torhüter eine Zeitstrafe bekam, gab es einige ratlose Gesichter, denn es war kein weiterer Torhüter vorhanden. Aber hier zeigte sich der freundschaftliche Charakter dieses Spiels. Calbe stellte mit dem ehemaligen Staßfurter Stefan Wiederhold bereitwillig einen seiner Keeper bereit, der für die Dauer der Zeitstrafe im Staßfurter Kasten für Rückhalt sorgte.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Bodestädter dann wieder mit eigenem Torhüter. Am Geschehen selbst änderte sich allerdings wenig. Die Gäste erhöhten ihren Vorsprung nun sogar auf sieben Treffer. "Es ist uns gelungen, ein sehr schnelles Umkehrspiel aufzuziehen und viele Treffer über die erste und zweite Welle zu erzielen", lobte Co-Trainer Andreas Stops seine Mannschaft.

Was dem Coach allerdings weniger gefiel, waren die teilweise zu leichten Technik-Regel-Fehler. Mit solchen haderte auch Weiß. Bestes Beispiel: Am Kreis entglitt Christian Hübner der Ball. Sofort war ein Staßfurter zur Stelle und der Konter wurde in ein Tor umgemünzt. Trotz der 27:33-Niederlage "war die Leistung zufriedenstellend. Ganz zufrieden kann ich natürlich nicht sein", urteilte Weiß. "Wir haben unsere Vorbereitung gut genutzt und ich denke, wenn wir unsere Deckung stabilisieren können, sind wir gut für die Saison gerüstet."

Auch Stops sieht den HV Rot-Weiss gut vorbereitet. "Wir waren von Beginn an überlegen. Das stimmt uns positiv für den Saisonstart."

Calbe: Bertram, Wiederhold - Walter, Barby (5), Gieraths (1), Hulha (3), Kaiser (2), Rätzel (1), M. Kralik (1), Marschall (2), Weiß (1), F. Kralik (5), Hübner (2)

Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Hähnel (8), Jacobi (2), Dietze (3), Rindert (9), Rach (3), Engelhardt (3), Ilgenstein (3), Fuhrmann (3)

Siebenmeter: Calbe 1/1 - Staßfurt 2/2; Rot: Patrick Tuchen, Oliver Jacobi - beide Staßfurt -

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